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Wort für die Woche

20. Woche | Rogate | 13. Mai 2012

Die Nähe Gottes suchen
 
Viele Menschen beten, aber nicht alle in allen Phasen ihres Lebens und unterschiedlich je nach Herkunft und Biographie. Wie der Glaube sich unterschiedlich entfaltet, so entwickeln sich auch unterschiedliche Formen des Betens. Es gibt viele Formen des Gebets. Wortreich oder wortlos mit einem Blick auf das Kreuz in einer Kirche oder am Wegrand. Traditionelle und frei formulierte Gebete sowie Meditationen sind in den unterschiedlichen christlichen Kirchen zu Hause. Wer betet, sucht die Nähe Gottes, denn im Gebet rufen Menschen Gott persönlich an.

Das Eingangsgebet im sonntäglichen Gottesdienst sammelt unsere Gedanken und lässt uns innerlich zur Ruhe kommen. Der Blick für den fernen und nahen Nächsten wird im Fürbittengebet geschärft. Mit dem Gebet des Herrn endet jeder Gottesdienst. Gebete begleiten uns im Alltag: Morgen- und Abendgebete sprechen sowohl Christen aller Konfessionen als auch Menschen, die scheinbar den Kontakt zur Kirche verloren haben. Gute christliche Tradition sind Tischgebete zu Mahlzeiten, in denen Menschen Gott loben und ihm danken.

In den Psalmen findet sich eine ganze Sammlung von Gebeten, die wir auch nach Jahrhunderten von Jahren ihrer Entstehung nachsprechen können. Denn die Psalmen erzählen von menschlichen Grunderfahrungen von Verzweiflung und Trauer, aber auch viel von Freude und Hoffnung. So wechseln Lob- und Klagepsalmen einander ab. Was Menschen erleben und erfahren, dies drücken sie auch in ihren Gebeten aus. Ist Beten Privatsache? Ja und nein lautet die Antwort. Zum einen ist das Gebet etwas ganz Persönliches und findet im Privaten statt. Was uns unmittelbar bewegt, belastet und freut, können wir Gott anvertrauen. Zum anderen stiften Gebete Gemeinschaft, stärken das Vertrauen auf Gott in seiner Kirche.

Den ersten Christen in der Gemeinde zu Kolossä wird geraten, beharrlich im Gebet zu bleiben und einen langen Atem zu haben. Gott danken, loben und Fürbitte für andere ohne Unterlass zu halten, dies alles sollen ihre Gebete umfassen. Im Gebet tut sich das Wort Christi wie eine Tür auf, wird den Kolossern verheißen. Eine Verheißung die über den Gebeten aller Christen zu allen Zeiten steht. Das Geheimnis des Glaubens wird im Gebet entschlüsselt, wenn wir mit Gott im Gespräch beharrlich bleiben. Betet! Kein Befehl etwas Frommes zu leisten, sondern die Gemeinschaft mit Gott zu suchen. Bleiben wir bei unseren Gebeten in seiner Nähe.

Predigttext für den Sonntag

Seid beharrlich im Gebet und wacht in ihm mit Danksagung! Betet zugleich auch für uns, dass Gott uns eine Tür für das Wort auftue und wir das Geheimnis Christi sagen können, um dessentwillen ich auch in Fesseln bin, damit ich es offenbar mache, wie ich es sagen muss. Verhaltet euch weise gegenüber denen, die draußen sind, und kauft die Zeit aus. Eure Rede sei allezeit freundlich und mit Salz gewürzt, dass ihr wisst, wie ihr einem jeden antworten sollt.

Kolosser 4,2-6



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