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Monatsspruch

Alles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird.

1. Timotheus 4,4

"Ach, du Schreck! Pfui, Spinne! Nichts gegen Natur, nur nicht bei mir!", denke ich sofort, und überlege, wie ich den ungebetenen Mitbewohner loswerde. Trotz ihres schlechten Images sind Spinnen außerordentliche Künstler - man braucht nur einmal durch den Wald zu streifen (und dann auch durch die Haare).

Ihre Kreationen schweben in einzigartiger Schönheit und Leichtigkeit im Licht, wie ein Hauch nur, und doch voll tödlicher Berechnung. Die Fäden der Spinnen sind so stabil, dass sie inzwischen durch die Bionik für superleichte sichere Kugelwesten künstlich hergestellt werden. Selbst das hässlichste und nutzloseste Geschöpf hat eine Bedeutung. Vielleicht kenne ich die Zusammenhänge noch nicht oder schätze sie nicht. Vermutlich sieht Gott die Welt eben anders als ich. - Paulus musste sich mit total versponnenen Ideen auseinandersetzen. Manche Christen damals hatten ein Lebensmittelproblem, nicht wegen Dioxin oder Penicillin, was einem schon auf den Magen schlagen kann. Denen gings um die ganze Welt: "verdorben, verloren, verdammt". Aber so kann man nur verlieren: das Glück über die Schönheit der Schöpfung, das Staunen über die Balance der Kräfte und Bewohner unserer Welt. Gottes Kreativität mag unverständlich sein, Gottes Fantasie mag unbequem sein, aber seine Schöpfung atmet den Geist seiner Liebe, seiner Güte. Man muss Spinnen nicht mögen, aber man sollte ihnen getrost das Spinnen überlassen, das können sie besser!

(Ralf Marschner)



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