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Geschichte Der Anfang...
Deutschland in der Mitte des 19. Jahrhunderts war vom Prozess der Industrialisierung gekennzeichnet. Damit einher ging ein unbeschreibliches Kinderelend mit der massenhaften Ausbeutung und Verwahrlosung von Kindern. Kinderarbeit in den Bergwerken und Fabriken an Rhein und Ruhr waren – schon für achtjährige Kinder – an der Tagesordnung. Tausende von verlassenen und verwahrlosten Kindern lebten auf den Straßen, ohne ausreichende Ernährung und Kleidung und ohne die Chance auf eine Ausbildung. Weder Staat noch Staatskirche stellten sich diesem Kinderelend.
In dieser Zeit, am 15. Dezember 1845, gründete der Pfarrer und Pädagoge Andreas Bräm im niederrheinischen Neukirchen zusammen mit Mitgliedern des Kirchengemeinderates eine christliche Bürgerinitiative zur Rettung der Kinder: den "Verein zur Erziehung armer, verlassener und verwahrloster Kinder in Familien."
Diese bis heute nachwirkende Idee Andreas Bräms in einer Zeit, in der die wenigen Rettungsanstalten nur ein Tropfen auf den heißen Stein der Kindernot waren, begründete er so: "Die Familien sind die von Gott gebauten Erziehungsanstalten, und im Familienleben vereinigt sich all das auf eine einfache und natürliche Weise, was zur Anregung und Entwicklung der Kinder dient."
Hunderte von Kindern fanden Aufnahme in geeigneten, vom Erziehungsverein ausgesuchten und betreuten Familien, die sich mit der Leidenschaft christlicher Liebe und Hoffnung für die ihnen anvertrauten Kinder einsetzten. Wenige Jahre später entstand das erste koedukative Kinderheim für besonders problembeladene Kinder unter der Leitung eines Hauselternpaars, von Andreas Bräm "provisorische Familie" genannt. Denn auch diese Kinder sollten später in Pflegefamilien aufgenommen werden. Bräms Leitgedanken, Kindern individuell und bedarfsgerecht zu helfen, hat die Entwicklung des Erziehungsvereins bis heute inspiriert.
... und heute
Heute ist der Erziehungsverein ein differenzierter Hilfeverbund im Westen und auch im Osten Deutschlands: mit ganz unterschiedlichen Angeboten diakonischer Kinder-, Jugend- und Familienhilfe, aber auch mit Behinderten- und Altenhilfe, mit der Ausbildung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die verschiedenen diakonischen Arbeitsfelder und nicht zuletzt im verlegerischen Bereich. Andreas Bräm, Gründer und Inspirator des Erziehungsvereins: "Euch allen, denen das Elend der verwahrlosten Kinder zu Herzen geht, rufe ich zu: Fangt an im Namen Jesu, welcher will, dass allen Menschen geholfen werde, wenigstens ein einziges Kind zu retten oder retten zu helfen."
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