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Unser Leitbild Unser Name
Wir sind ein traditionsreiches Werk der Diakonie, das am 15. Dezember 1845 im Geist der Erweckungsbewegung als christliche Bürgerinitiative unter dem Namen “Verein zur Erziehung armer, verlassener und verwahrloster Kinder in Familien“ im niederrheinischen Neukirchen – heute Neukirchen-Vluyn - gegründet wurde. Mit dem Namen “Neukirchener Erziehungsverein” halten wir diesen Ursprung in verpflichtender Erinnerung: Wir bevorzugen auch heute die Rechtsform eines altrechtlichen Vereins. Wir verstehen und tun unsere Arbeit am Schnittpunkt unseres genuin christlichen Diakonieauftrags und des zivilgesellschaftlichen Sozialauftrags. Schwerpunkt unserer Arbeit ist traditionell die Kinder- und Jugendhilfe, auch wenn längst andere Arbeitsfelder wie Altenhilfe und Behindertenhilfe an ihre Seite getreten sind. Schließlich schlägt unser Name die Brücke zum literaturmissionarischen Auftrag des Werks, der seit 1888 durch den “Neukirchener Kalender” im deutschen Sprachraum weithin bekannt ist.
VIVIMUS EX UNO
“Wir leben aus dem Einen” heißt unser Leitspruch. Der Pelikan, seit alters Sinnbild der sich hingebenden Liebe Jesu Christi, ist unser Zeichen. Unser Leitspruch und Logo erinnern uns daran: Wir leben nicht aus uns selbst und für uns selbst. Wir leben vielmehr aus der einen und einzigartigen Kraft der göttlichen Liebe und Versöhnung, die in Jesus Christus erschienen ist. Sie gilt allen Menschen und geht als Mitte und Maß auch all unserem Handeln voraus.
Unser Auftrag
Wir nehmen teil am Auftrag der Kirche, Gottes Liebe allen Menschen - gleich welcher Herkunft, Kultur und Religion – zu bezeugen. Insbesondere wissen wir uns Menschen in leiblicher, seelischer und sozialer Not mit unserer öffentlichen Parteinahme und professionellen Hilfeleistung verpflichtet. Da die Entfremdung von Gott und sich selbst die tiefste Not des Menschen ist, nehmen wir auch seine spirituellen Bedürfnisse wahr und verwirklichen Diakonie in Wort und Tat als ganzheitlichen Dienst am Menschen.
Literaturmissionarischer Auftrag
Mit unserer verlegerischen Arbeit erfüllen wir den literaturmissionarischen Auftrag des Neukirchener Erziehungsvereins. Durch das gedruckte Wort wollen wir die Menschen in unserer säkularen, aber nicht religionslosen Zeit mit der Botschaft der Bibel bekannt machen und Theologen wie Laien durch entsprechende Fachliteratur für den Dienst von Verkündigung, Gemeindeaufbau und Weltverantwortung der christlichen Gemeinde zurüsten. Das eine geschieht vor allem durch den Kalenderverlag mit Neukirchener Kalender, Konstanzer Kalender und Neukirchener Kinder-Bibel, das andere durch den wissenschaftlich-theologischen Neukirchener Verlag, den gemeindebezogenen Aussaat Verlag und durch das Neukirchener Verlagshaus.
Diakonischer Auftrag
Unser diakonischer Auftrag konzentriert sich auf drei Arbeitsfelder:
Im Neukirchener Jugendhilfeverbund halten wir uns an das Leitmotiv unseres Gründers Andreas Bräm (1797 bis 1882), kein Kind aufzugeben, auch für “schwierigste” Kinder das ihrem spezifischen Hilfebedarf entsprechende Hilfe- und Therapiekonzept zu entwickeln und sie in einer wertorientierten Erziehung zu einem selbstverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Leben zu erziehen. Wir betreuen und fördern nicht nur Kinder, sondern auch ihre Familien, die zur Bewältigung ihrer schwierigen Lebenssituation fachlicher Hilfe und Ermutigung zur Selbsthilfe bedürfen.
Im Neukirchener Behindertenhilfeverbund beraten, betreuen und begleiten wir Kinder, Jugendliche, Heranwachsende und Erwachsene, die aufgrund von Beeinträchtigungen geistiger, psychischer und körperlicher Art Unterstützung und fachliche Assistenz zur Bewältigung ihres Lebensalltags benötigen. Entsprechend dem Leitmotiv “Integration statt Isolation” vermeiden wir traditionelle Sonderwelten und betreiben die Entwicklung sozialräumlich verankerter und städtebaulich integrierter, bedarfsgerechter Hilfeformen, die Teilhabe und Eingliederung ermöglichen. Durch individuell gestaltete, gemeinschaftsoffene und weitgehend normalisierte Lebensräume vermitteln wir Selbstkompetenz und ein Selbstwertgefühl, das die von uns begleiteten und betreuten Menschen bei sich und anderen erfahren lässt: “Es ist normal, verschieden zu sein.”
Im Neukirchener Altenhilfeverbund beraten wir Senioren und ihre Angehörigen bei der Suche nach selbstbestimmten und gemeinschaftsfähigen Lebensräumen im hohen Alter und bei zunehmender Pflegebedürftigkeit. Unter dem Leitmotiv “Gut aufgehoben sein” begleiten, beraten, betreuen und pflegen wir alte Menschen in einem individuell auf sie abgestimmten Hilfeangebot, sei es im häuslichen, teilstationären oder stationären Bereich. Unsere Haltung ist geprägt von der Wahrnehmung eines jeden Menschen in seiner persönlichen Lebensgeschichte. Insbesondere im Umgang mit dementen und alzheimererkrankten Menschen bemühen wir uns um biografische Pflege in neuen Wohn- und Betreuungsformen. Um Menschen am Ende ihres Lebens ein Sterben in Würde zu ermöglichen, bieten wir hospizliche und seelsorgerlich unterstützte Sterbebegleitung an und lehnen alle Formen aktiver Sterbehilfe ab.
In seiner Geschichte hat sich der Neukirchener Erziehungsverein immer wieder Herausforderungen durch neue Notlagen gestellt. So sind wir offen für die Übernahme weiterer qualifizierter Dienste, wenn Menschen unsere Hilfe nachfragen und wir darin unseren diakonischen Auftrag neu erkennen können.
Unser Menschenbild
Wir glauben, dass jeder Mensch ein von Gott gewolltes und geliebtes Geschöpf ist. Jedem Menschen kommt von Gott unantastbare Personwürde unabhängig von Alter, Leistungsfähigkeit, Krankheit und Behinderung zu. Die “Heiligkeit” der Person bei denen, die unsere Dienste in Anspruch nehmen, zu achten und allen offenen oder subtilen Formen der Entwürdigung, Bevormundung und sozialen Isolierung zu widerstehen, ist für uns oberste Verpflichtung. Unsere Hilfe kann nur Hilfe zur Selbsthilfe, Selbstachtung und Wahrnehmung der eigenen Rechte auf dem Grund der Gottesebenbildlichkeit und höchsten Wertschätzung des Menschen sein.
Im Angesicht des gekreuzigten und auferstandenen Jesus erkennen wir die Endlichkeit und Fehlbarkeit des Menschen. Erfahrungen von Krankheit und Behinderung, von Leiden und Sterben, aber auch von Schuld und Versagen sind keine Defekte, sondern gehören zum Wesen des Menschen. Sie können aber nicht von der Gemeinschaft des liebenden, versöhnenden und neuschaffenden Gottes trennen. Deshalb sehen wir die von uns betreuten Menschen und gerade die, die sich selbst aufgegeben oder schlimme Verletzungen erfahren haben, so gut wie uns selbst unter der Verheißung gelingenden Lebens. “Helfer” und “Hilfebedürftige” sind in der Diakonie durch die tiefe Solidarität der auf Gottes Erbarmen und Gerechtigkeit Angewiesenen und auch im Teilen von Gaben und Lasten miteinander verbunden.
Diakonische Qualität und Kultur im Wettbewerb
Wir verstehen uns als eine lernende und verbesserungsfähige Organisation, die Instrumente wie Leistungsvergleich, Vorschlagswesen und Beschwerdemanagement nutzt und weiter entwickelt. Die Menschen, die bei uns Rat und Hilfe suchen, haben ein Recht auf kundenfreundliche Information und Beteiligung, bestmögliche professionelle Hilfe und nachweisbare Effizienz und Kostentransparenz. Unser Qualitätsmanagement mit genau beschriebener Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität verspricht, Sozialfachlichkeit, Wirtschaftlichkeit und Führungskompetenz in einem wettbewerbsfähigen diakonischen Unternehmen zusammenzuführen.
Wir orientieren und gestalten unsere Qualitätsentwicklung vorrangig am Maßstab unseres christlichen Menschenbilds und diakonischen Auftrags. In der Auseinandersetzung mit sozialstaatlichen Vorgaben und im Wettbewerb mit anderen Anbietern entwickeln wir ein klares diakonisches Profil unserer Arbeit, das sich durch die Leidenschaft für den Menschen, soziale Wärme, ganzheitliche Betreuung und seelsorgerische Präsenz auszeichnet. Die Schärfung eines solchen Profils und den Aufbau einer diakonischen Kultur mit Teilhabe am gesellschaftlichen, kulturellen und gemeindlichen Leben, Fest- und Feiergestaltung, Gottesdiensten, Andachten und Gesprächsmöglichkeiten zu Glaubens- und Lebensfragen sehen wir als Wettbewerbsvorteil im Pluralismus der Dienstleistungsangebote und weltanschaulichen Prägungen an.
Die Dienstgemeinschaft aller Mitarbeitenden
Wir sind eine Dienstgemeinschaft von Frauen und Männern, die quer durch die verschiedenen Arbeitsbereiche und Verantwortungsebenen des Neukirchener Erziehungsvereins gemeinsame Verantwortung für die Erfüllung unseres Auftrags trägt. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehen zu Beginn ihres Dienstes die Verpflichtung ein, sich mit dem Auftrag und den Zielen unseres Werkes vertraut zu machen und sich auf den Lernprozess zunehmender Identifikation einzulassen. Durch interne und externe Aus-, Fort- und Weiterbildung sichern und erweitern wir die fachliche und soziale Kompetenz aller Mitarbeitenden.
Als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehen wir freundlich, respektvoll und kooperativ miteinander um. Durch gegenseitige Information und Transparenz der Entscheidungsprozesse schaffen wir ein Klima des Vertrauens, in dem Rückmeldung und Kritik erwünscht sind und Konflikte offen ausgetragen und als Veränderungspotential genutzt werden. Als Leitungen fördern wir die Eigenverantwortlichkeit und Kooperationsbereitschaft der Mitarbeitenden und führen sie durch klare Aufgabenbeschreibungen und Zielvereinbarungen sowie durch Beurteilung und Personalentwicklung entsprechend ihren Fähigkeiten und Leistungen. Vorstand und Leitungen tragen mit ihrer Mitarbeiterführung besondere Unternehmensverantwortung nicht nur für die Fachlichkeit und Wirtschaftlichkeit, sondern auch für die Ganzheitlichkeit unserer Dienstleistung in der Einheit von professioneller Hilfe, menschlicher Zuwendung und diakonischer Kultur.
Wir bejahen und begrüßen die Arbeit der Mitarbeitervertretung, die den Auftrag des Werks begleitet, bei Einstellungen und Personalentscheidungen mitwirkt und nach Grundsätzen sozialer Gerechtigkeit und Sozialverträglichkeit für die Interessen und Rechte der Mitarbeitenden eintritt.
Teil einer diakonischen Kirche
Von unserer Tradition und Satzung her sind wir als Mitglied des Diakonischen Werks der Evangelischen Kirche, insbesondere der Evangelischen Kirche im Rheinland und der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg eng verbunden und pflegen diese Verbundenheit. Wir verstehen uns als “Wesens- und Lebensäußerung der Kirche” aber auch in einem konfessionsüberschreitenden Sinn. Wir kommen als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Neukirchener Erziehungsvereins nicht nur aus evangelischen Landeskirchen und Freikirchen, sondern auch aus der katholischen Kirche und vielen anderen Kirchen, die der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Bundesrepublik angehören. Darin sehen wir die große diakonische und ökumenische Chance, das Kirchentrennende zurückzustellen und das Gemeinsame auf der Basis unseres Auftrags und Menschenbilds zu betonen und zu leben. Auf diesem Hintergrund haben wir auf die Bildung einer Anstaltskirchengemeinde verzichtet. Statt dessen laden wir unsere Mitarbeitenden ein, ihre jeweilige Kirchenmitgliedschaft mit Leben zu erfüllen, gleichzeitig aber eine Glaubens- und Dienstgemeinschaft vor Ort unseres Dienstes zu bilden, die auch für Mitarbeitende offen ist, die nicht oder noch nicht kirchlich gebunden sind. Dem entspricht es, dass wir alle neuen Mitarbeitenden in einem Gottesdienst vorstellen und der Fürbitte und Begleitung der Gemeinde anbefehlen.
Die Arbeit mit Behinderten, mit problembeladenen Kindern, mit pflegebedürftigen und sterbenden alten Menschen stellt uns alle vor Grenzfragen und Belastungssituationen, die nicht nur nach Supervision, sondern auch nach seelsorgerlicher Begleitung und spiritueller Kommunikation fragen lassen. Wir brauchen und gestalten gemeinsame Andachten und Gottesdienste, Einkehrtage und Freizeiten, Glaubenskurse und Gesprächskreise in ethischen und seelsorgerlichen Fragen, aus denen wir die Kraft für unseren Dienst schöpfen. Dabei sind wir offen dafür, dass uns Gott auch in den von uns betreuten Menschen, mit denen wir ein Stück unseres Lebens teilen, begegnen will.
Das Leben unserer Glaubens- und Dienstgemeinschaft wird in besonderer Weise durch die Neukirchener Bruderschaft begleitet und unterstützt, die sich dem Auftrag des Neukirchener Erziehungsvereins verpflichtet weiß und das diakonische Profil und geistliche Leben in unserem Werk stärken möchte.
Als für alle Mitarbeitende offene Diakoniegemeinschaft verstehen wir uns als Teil einer übergreifenden diakonischen Kirche.
Zusammenarbeit mit Partnern
Unseren Auftrag können wir nur in Zusammenarbeit mit anderen erfüllen. Wir suchen die Kooperation mit Kirchengemeinden und regionalen Werken und Zusammenschlüssen, insbesondere in der sozialräumlichen Arbeit. Wir wirken mit in den Gremien und Fachverbänden des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche in Deutschland, darunter auch in der Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste, und gehen Kooperationen mit befreundeten diakonischen Einrichtungen ein. In der Zusammenarbeit mit Partnern, Verbänden und Behörden auf kommunaler, Landes- und Bundes-Ebene nehmen wir zivilgesellschaftliche und politische Verantwortung wahr. Mit der Trägerschaft und Kooperation von und mit An-Instituten fördern wir die wissenschaftliche Begleitung und Praxisforschung unserer diakonischen und missionarischen Arbeit.
Wir stärken die Verantwortung für soziale Gerechtigkeit, für die Bewahrung der Schöpfung und für die Erhaltung des Friedens in der Einen Welt durch Beteiligung an der lokalen Agenda 21, aber auch durch die Begegnung und den Austausch mit Gemeinden und diakonischen Einrichtungen im Zusammenwachsen Europas und darüber hinaus.
Öffentliche Präsenz und Kommunikation
Durch den Neukirchener Kalender und durch unsere Printmedien sind wir im ganzen deutschen Sprachraum gut bekannt. Wir nutzen diese Präsenz nicht nur für unseren literaturmissionarischen Auftrag, sondern auch um Nächstenliebe und Verantwortung für die Hilfebedürftigen in unserer Gesellschaft zu wecken. Wir helfen Gemeinden, ihren diakonischen Auftrag wahrzunehmen, und machen Interessierte auf unsere Ausbildungsangebote und beruflichen Möglichkeiten als haupt-, neben- und ehrenamtliche Mitarbeitende aufmerksam. Mit unseren Freunden und Förderern pflegen wir eine intensive Kommunikation durch regelmäßige und gründliche Informationen über unsere Arbeit. Wir erbitten die Unterstützung und Fürbitte durch einen großen Freundeskreis, ohne den wir unsere Arbeit nicht tun könnten.
Öffentliche Präsenz und Kommunikation geschieht durch alle unsere Mitarbeitenden und auch jene Menschen und ihre Angehörigen, die unsere Dienstleistungen in Anspruch genommen haben und Gutes davon berichten können.
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