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Ein vorübergehendes Zuhause nach plötzlichen Krisen Zehn Jahre Familiäre Bereitschaftsbetreuung
 (Neukirchen-Vluyn, 23. September 2008). Auf ihr zehnjähriges Bestehen blickt in diesen Tagen die Familiäre Bereitschaftsbetreuung des Neukirchener Erziehungsvereins zurück. Seit August 1998 haben insgesamt 204 Kinder, die aus unterschiedlichen Gründen nicht in ihren Herkunftsfamilien bleiben konnten, ein vorübergehendes Zuhause in Betreuungsfamilien gefunden. Dort sollen sie maximal drei Monate bleiben, um dann in der Regel wieder zu ihren Ursprungsfamilien zurückzukehren oder in eine längerfristige Jugendhilfemaßnahme vermittelt zu werden.
Das Angebot richtet sich an Kinder und Jugendliche vom Babyalter bis zu 17 Jahren, die vernachlässigt wurden oder unversorgt sind, weil die Eltern längere Zeit krank oder in Not sind. In diesen Situationen springen die Bereitschaftsbetreuungsfamilien ein. Nicht selten muss dies auf Anordnung der örtlichen Jugendämter ganz plötzlich geschehen. Die fremden Kinder und Jugendlichen werden dann von einem Tag auf den anderen Familienmitglieder auf Zeit.
Gründliche Vorbereitung
Mit sechs Familien begann die Arbeit vor zehn Jahren. Heute sind es 21 Familien in den Kreisen Wesel, Kleve, Neuss und Viersen sowie in den Städten Köln, Krefeld, Duisburg und Mönchengladbach. „Die aufnehmenden Familien müssen sich natürlich bewusst sein, dass die Kinder nicht dauerhaft bleiben“, sagt Einsatzleiter Thomas Vieten. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Erziehungsvereins, in der Regel Sozialarbeiter- und –pädagogen, bereiten die neuen Betreuungfamilien gründlich auf ihre Aufgaben vor. Mit jeder Familie wird ein Betreuungs- und Honorarvertrag abgeschlossen. Für jeden Tag der Unterbringung und Betreuung eines jungen Menschen wird der Familie eine Aufwandsentschädigung gezahlt.
Einige Voraussetzungen müssen erfüllt sein, bevor die Pflegefamilien Kinder und Jugendliche aufnehmen können. Haus oder Wohnung sollten entsprechend geräumig sein und ein Elternteil sollte nicht arbeiten. Vieten: „Wünschenswert ist eine pädagogische oder pflegerische Ausbildung. Und sie sollten die absehbare Trennung vom Pflegekind verkraften können.“
Etliche Familien sind bereits seit einigen Jahren Partner in der Bereitschaftsbetreuung. So zum Beispiel eine Familie in Alpen. Carla und Wilfried Altwasser, selbst Eltern von mittlerweile erwachsenen Kindern, betreuen derzeit ihr 20. Kind – die elf Monate alte Amy. Beide möchten die positiven Erfahrungen mit ihren Pflegekindern nicht missen und sind immer noch mit Freude bei der Sache.
Wer Interesse an der Familiären Bereitschaftsbetreuung hat, kann sich direkt an Thomas Vieten wenden, Telefon 02845 / 941 97 92; E-Mail: thomas.vieten@neukirchener.de. Er stellt dann den Kontakt zu den verschiedenen Büros des Neukirchener Erziehungsvereins in der Region her.
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