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„Schritt für Schritt“ Kindern und Eltern helfen Frühförderungsprogramm „Opstapje“ jetzt auch in Duisburg
(Duisburg, 3. Dezember 2008). Nach Wesel und Moers bietet der Neukirchener Erziehungsverein das präventive Frühförderungsprogramm „Opstapje“ jetzt im Auftrag des städtischen Jugendamtes auch in Duisburg an. Ausgebildete Laienhelferinnen gehen 18 Monate lang Woche für Woche in Familien mit besonderem Förderbedarf, spielen mit den Kindern oder lesen ihnen aus Büchern vor. „Opstapje“ (Schritt für Schritt) ist vor 15 Jahren in den Niederlanden als frühkindliches Bildungs- und Förderungsprogrammentwickelt worden. Als erste Stadt in Nordrhein-Westfalen hatte Wesel das Förderprogramm vor drei Jahren eingeführt.
Schwerpunkt des Angebots in Duisburg ist zunächst der Stadtteil Bruckhausen, wo der Anteil von Familien mit Migrationshintergrund besonders hoch ist. „Opstapje“ wird hier deshalb auch in erster Linie von türkischen Familien wahrgenommen, richtet sich aber ausdrücklich auch an deutsche Eltern und Kinder. Vier Helferinnen, die vorher vom Erziehungsverein ausgesucht und geschult wurden, haben mit ihrer Arbeit in der 1. Dezemberwoche begonnen. Zurzeit betreuen sie 17 Kinder im Alter von 18 Monaten bis zu dreieinhalb Jahren für einen Zeitraum von anderthalb Jahren. Weitere Kinder sollen folgen, eine fünfte Helferin steht bereit.
Regelmäßige Elterntreffen
Die wöchentlichen Hausbesuche bei den Familien dauern 30 bis 60 Minuten. In dieser Zeit zeigen die Helferinnen, wie Mütter und Väter mit den Kindern spielen können und bringen Bücher mit, die eigens für „Opstapje“ entwickelt wurden. Bücher und Spielmaterial werden den Eltern zur Verfügung gestellt. Nach Ablauf der anderthalb Jahre sollen sie die Spiele mit ihren Kindern fortführen. Alle 14 Tage organisiert das „Opstapje“-Team Elterntreffen, um Erfahrungen auszutauschen, soziale Kontakte zwischen den Familien zu knüpfen und Wissen über die Entwicklung, Erziehung und Förderung der Kinder zu vermitteln. Bei jedem Elterntreff wird außerdem ein neues Spiel oder ein neues Buch vorgestellt, das dann zu den Hausbesuchen mitgebracht wird. So füllt sich nach und nach die „Opstapje-Box“, an deren Kosten die Eltern mit sieben Euro pro Monat beteiligt werden.
„Das Angebot ist ganz bewusst sehr niedrigschwellig“, sagt Klaus Biedermann, der den Geschäftsbereich Ambulante Hilfen beim Neukirchener Erziehungsverein leitet. Es gehe nicht darum, den Eltern ihren Erziehungsauftrag abzunehmen. Aber die Förderung der Kleinsten müsse in diesen Familien schon deshalb vermittelt werden, weil viele Kinder Entwicklungsstörungen aufwiesen, vor allem beim Sprechen. Und manchen Eltern fehlten einfach die Ideen, sich richtig mit ihren Kindern zu beschäftigen.
Spendenaktion
Informationsmaterial und Flyer über „Opstapje“ sind in deutscher und türkischer Sprache abgefasst, auch die Helferinnen, darunter auch Türkinnen, beherrschen beide Sprachen. Das Jugendamt der Stadt Duisburg schließt nicht aus, dass „Opstapje“ nach Bruckhausen auch in weiteren Stadtteilen angeboten wird. Zur Finanzierung gab es einen Zuschuss der Stiftung Neukirchener Kinder- und Jugendhilfe. Für weitere Mittel sorgte der Duisburger Manager Ulf Reichardt, der eine Spendeninitiative für „Opstapje“ ins Leben gerufen hat. Die Gesamtkosten für die zunächst maximal 30 ins Programm aufzunehmenden Kinder belaufen sich auf ca. 70.000 Euro.
Wer Interesse an „Opstapje“ hat und weitere Informationen wünscht, kann sich an das Duisburger Büro des Neukirchener Erziehungsvereins in der Wilhelmstraße 18 wenden. Dort sind Ursula Wolf und Willi Lindic für das Frühförderungsprogramm verantwortlich. Sie sind zu erreichen unter Tel. 02066 / 55837 oder per E-Mail: ursula.wolf@neukirchener.de und willi.lindic@neukirchener.de
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