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25 neue Fachkräfte ausgebildet Gefahren frühzeitig erkennen,
Kinder wirksam schützen
(Neukirchen-Vluyn, 16. Januar 2009) 25 Pädagoginnen und Pädagogen des Neukirchener Erziehungsvereins haben heute im Rahmen einer Feierstunde in „Haus Elim“ ihre Zertifikate als Kinderschutzfachkräfte erhalten. Vorausgegangen war eine mehrteilige Weiterbildung in der Neukirchener Fortbildungsakademie in Kooperation mit dem Institut für soziale Arbeit in Münster. Die neuen Kinderschutzfachkräfte arbeiten in verschiedenen stationären und ambulanten Einrichtungen und Diensten des Neukirchener Erziehungsvereins zwischen Wesel und Köln, Duisburg und Wegberg. Nach einem Abschlusskolloquium überreichten Dr. Ute Projahn vom Institut für soziale Arbeit in Münster und Pfarrer Hans-Wilhelm Fricke-Hein, Direktor des Erziehungsvereins die Urkunden an die Absolventinnen und Absolventen.
Vorher hatte Prof. Dr. Reinhard Wiesner vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend über bundesweite Praxiserfahrungen im Kinderschutz berichtet. Wiesner war in den 80- und 90er Jahren wesentlich an der Formulierung des Kinder- und Jugendhilfegesetzes beteiligt und gilt in Fachkreisen als „Vater des KJHG“. 2005 regelte der Gesetzgeber die zunehmende Kindeswohlgefährdung neu, der Schutzauftrag der Kinder- und Jugendhilfe wurde verstärkt. Der Hintergrund: Nicht selten sind Eltern und Alleinerziehende aus unterschiedlichen Gründen mit dem Erziehungsauftrag so überfordert, dass erhebliche Schädigungen der Kinder bis hin zu ihrem Tod drohen. Unter Verletzung des Kindeswohls versteht man die missbräuchliche Ausübung der elterlichen Sorge, die Vernachlässigung des Kindes oder das unverschuldete Elternversagen. Bekannte Extremfälle aus jüngster Zeit waren Kevin aus Bremen und Lea-Sophie aus Schwerin.
Kinderschutzbeauftragte werden hinzugezogen, wenn ein Gefährdungsrisiko abzuschätzen ist. Aufgrund ihrer Ausbildung und ihrer beruflichen Erfahrungen sind sie in der Lage, Kindeswohlgefährdungen zu erkennen, die dahinter liegenden Problemlagen zu analysieren und die daraus nötigen Schlüsse zu ziehen. Sie haben sowohl die rechtlichen Aspekte und Handlungsmöglichkeiten bei Kindeswohlgefährdung als auch die Instrumente zum Erkennen, Beurteilen und Handeln kennen gelernt. Intensiv studiert wurden zudem Rolle und Auftrag der Jugendämter sowie die Vereinbarungen zwischen Jugendamt und dem Erziehungsverein als freier Träger der Jugendhilfe.
Zur Vermeidung von Vernachlässigungen ist der Neukirchener Erziehungsverein umfassend tätig: Hierzu gehören die Unterbringung in Heimen oder Pflegefamilien, wenn das Zusammenleben von Eltern und Kindern nachweislich nicht mehr möglich ist und die vorübergehende Inobhutnahme von gefährdeten Kindern in familiärer Bereitschaftsbetreuung. In der so genannten aufsuchenden Familienhilfe werden Eltern von derzeit über 1.000 Kindern durch sozialpädagogische Fachkräfte stundenweise bei der Erziehung unterstützt und angleitet. Bei massiven Gefährdungen leiten sie in Abstimmung mit dem zuständigen Jugendamt notwendige Maßnahmen ein, die bis zur Herausnahme des Kindes aus der Familie reichen können.
Als soziales Frühwarnsystem hat der Neukirchener Erziehungsverein im Rahmen der Qualitätsentwicklung eigene Verfahren entwickelt, die bei Verdacht auf Gewalt, Missbrauch oder massiver Vernachlässigung greifen. Dazu gehören entsprechenden Dokumentationen, die Bewertung gewichtiger.
Anhaltspunkte zur Kindeswohlgefährdung und eine geregelte Klärung mit dem Jugendamt als Gewährleistungsträger. „Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir mit dieser erfolgreichen Weiterbildung noch besser erkennen und abwägen können, wo Eltern bei Überforderungen unterstützt oder auch Kinder vor ihren Eltern geschützt werden müssen. Getreu unserem Leitspruch `Keiner soll verloren gehen` möchten wir damit einen Beitrag zur gelingenden Erziehung und zum Schutz hilfebedürftiger Kinder leisten“, so Klaus Biedermann, Geschäftsbereichsleiter für die ambulanten Hilfen des Neukirchener Erziehungsvereins.
Zum Foto: 25 Kinderschutzfachkräfte des Neukirchener Erziehungsvereins erhielten jetzt nach erfolgreicher Weiterbildung ihre Zertifikate. Zu den Graulanten gehörten auch Prof. Dr. Reinhard Wiesner vom Bundesjugendministerium (2. Reihe von unten, ganz rechts) und Pfarrer Hans-Wilhelm Fricke-Hein (unten links).
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