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Neukirchener Erziehungsverein trauert um Schwester Martha Letzte Diakonisse im Alter von 80 Jahren gestorben
Neukirchener Erziehungsverein trauert um Schwester Martha
(Neukirchen-Vluyn, 25. Mai 2009). Der Neukirchener Erziehungsverein trauert um Schwester Martha Rüthenbudde. Die letzte Diakonisse der Schwesternschaft des Erziehungsvereins ist am Mittwoch vergangener Woche im Alter von 80 Jahren verstorben. Schwester Martha wurde im Jahre 1956 in die Schwesternschaft aufgenommen. Nach einer Ausbildung zur Hauswirtschafterin arbeitete sie in verschiedenen Einrichtungen mit Kindern und Familien. Sie absolvierte die Heimerzerzieherinnenschule und wurde schließlich 1968 als Diakonisse eingesegnet. „Mit großer Hingabe war Schwester Martha in den verschiedenen Einrichtungen des Erziehungsvereins tätig, insbesondere im Feierabendhaus“, so Präses Siegmund Ehrmann und Direktor Pfarrer Hans-Wilhelm Fricke-Hein in ihrem Nachruf.
Den Kontakt zu den ihr Anvertrauten habe sie weit über das Ende ihrer Dienstzeit hinaus gepflegt, heißt es weiter. In der Zeit des Ruhestand habe Schwester Martha als letzte Neukirchener Diakonisse ein lebendiges und glaubensstarkes Zeugnis der Liebe Jesu Christi in anhaltender Fürbitte für andere gegeben.
Eine Ära geht zu Ende
Mit dem Tod Schwester Marthas geht die 70jährige Geschichte des Neukirchener Diakonissenmutterhauses zu Ende. Die ersten Überlegungen zur Gründung einer eigenen Schwesternschaft gehen auf Karl Immer, den ersten Direktor des Neukirchener Erziehungsvereins ( 1927-1929) und späteren Pfarrer der Bekennenden Kirche in Wuppertal-Barmen, zurück. Sein Nachfolger Emil Schneider, Pfarrer und langjähriger Direktor des Neukirchener Erziehungsvereins (1930-1951), nahm diesen Gedanken auf und führte ihn mit entsprechenden Aufrufen im Neukirchener Kalender 1929 durch. So kam es am 9. Mai 1930 zur Gründung und Eröffnung des Neukirchener Diakonissenmutterhauses, das im bisherigen „Haus Vogelsang“ ( Vorgängereinrichtung von „Haus Sonneck“) seine Heimstätte fand. Erste Oberin wurde Schwester Margarethe Paschen und erster Vorsteher Pfarrer Emil Schneider. Die Neukirchener Diakonissenschaft war Mitglied im Kaiserswerther Verband und hatte in ihren aktivsten Zeiten etwa 40 Schwestern in unterschiedlichen Diensten.
Mit der Gründung des Diakonissenmutterhauses erweiterten sich die Arbeitsgebiete des Neukirchener Erziehungsvereins über die bisherigen Einrichtungen hinaus in den Bereichen Kindergarten, Kranken- und Altenpflege, Gemeindepflege und Hospizarbeit. Gleichzeitig mit der Gründung des Diakonissenhauses wurde eine Alten- und Altenpflegearbeit im angeschlossenen „Feierabendhaus“ begonnen. Auch in der Neukirchener Kirchengemeinde leisteten Neukirchener Diakonissen über lange Jahre den Dienst der „Gemeindeschwester“ und bildeten damit gewissermaßen die Vorgängereinrichtung der heutigen Diakoniestation.
In den 1970er Jahren gab es unter dem damaligen Direktor Dr. Rudolf Weth erste Überlegungen zur Gründung einer Diakonenbruderschaft, weil die Schwesternschaft zunehmend unter Nachwuchssorgen litt. Der Diplom-Pädagoge und Diakon Lothar Hansmann aus Bethel begann 1981 mit dem Aufbau. Die Neukirchener Bruderschaft wurde schließlich 1986 gegründet und hat heute rund 100 Mitglieder. Sie ist offen für alle Mitarbeitende, die sich einer diakonischen Glaubens –und Dienstgemeinschaft in besonderer Weise verbunden fühlen. Die Bruderschaft ist Mitglied im Verband Evangelischer Diakoninnen und Diakonengemeinschaften (VEDD), in dem bundesweit 22 Gemeinschaften zusammengeschlossen sind.
Der Trauergottesdienst für Schwester Martha Rüthenbudde beginnt am Mittwoch, 27. Mai, um 14 Uhr in der Kapelle des Matthias-Jorissen-Hauses, An der Bleiche 7. Anschließend ist die Beerdigung auf dem Dorffriedhof in Neukirchen.
Im Alter von 80 Jahren gestorben: Diakonisse Martha Rüthenbudde.
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