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Neuer Bildungsgang am Berufskolleg soll Mangel an Fachkräften verringern

Zusatzqualifikation in der Erziehungs- und Jugendhilfe

(Neukirchen-Vluyn, 19. Januar 2010). Das Berufskolleg des Neukirchener Erziehungsvereins bietet in diesem Jahr erstmals eine berufsbegleitende Qualifikation in der Erziehungs- und der Jugendhilfe an. Neben der bereits bestehenden Erzieherausbildung und der Höheren Berufsfachschule für Sozial- und Gesundheitswesen kommt das Kolleg mit dem bundesweit einmaligen Angebot dem steigenden Bedarf an Fachkräften entgegen. „Nur wenig Studierende an Fachschulen für Sozialpädagogik werden für die Erziehungs- und Jugendhilfe ausgebildet“, erläutert Diplom-Pädagoge Günter Neumann vom Berufskolleg. Die Folge sein ein eklatanter Mangel an qualifizierten Mitarbeitern in diesem Berufsfeld. Vor dem Hintergrund des geplanten Ausbaus der Kindertagesbetreuung würden demnächst bundesweit 70.000 Erzieherinnen und Erzieher fehlen. Dies werde sich auch auf die Jugendhilfe auswirken, wo es bereits jetzt Engpässe gebe.

Der neue Bildungsgang richtet sich an sozialpädagogische Fachkräfte, die bereits seit einigen Jahren im Beruf arbeiten und ihre praktischen Erfahrungen um theoretische Kenntnisse erweitern wollen. Der Neukirchener Erziehungsverein, Träger des Berufskollegs und einer der größten Anbieter von stationärer und ambulanter Jugend- und Familienhilfe in Nordrhein-Westfalen, strebt für die Zusatzqualifikation eine Anerkennung ähnlich dem Bachelor-Abschluss an. „Für staatlich anerkannte Erzieher bedeutet dies eine Höherqualifizierung“, so Neumann.

Die Zusatzqualifikation, die im September 2010 beginnt und mit dem Abschluss im Dezember 2011 endet, soll die Absolventen in die Lage versetzen, verhaltensauffälligen Kindern und Jugendlichen fachkompetente Hilfen anzubieten. Dazu werden den Absolventen sozialpädagogische, psychotherapeutische und medizinisch-psychiatrische Behandlungsansätze vermittelt. „Sie sollen Kindern und Jugendlichen in schwierigen Lebenslagen neue Perspektiven eröffnen und gesellschaftliche Teilhabe fördern“, erklärt Neumann, der selbst mehrere Jahre eine stationäre Jugendhilfeeinrichtung des Neukirchener Erziehungsvereins geleitet hat.

Das Berufskolleg des Neukirchener Erziehungsvereins hat derzeit 150 Studierende. Durch die räumliche und fachliche Nähe zu den Jugendhilfeeinrichtungen in Neukirchen-Vluyn sind die Erzieherausbildung und der Unterricht in der Höhere Berufsfachschule für Sozial- und Gesundheitswesen (Klassen 11 und 12) sehr praxisnah. Voraussetzung für die Ausbildungen ist neben einem erfolgreichen Schulabschluss die Zugehörigkeit zu einer christlichen Kirche. Ein Bewerbertag zu allen Ausbildungsgängen beginnt am Freitag, 5. Februar, um 9 Uhr im Berufskolleg, Heckrathstraße 24, in Neukirchen-Vluyn. Wer teilnehmen möchte, wird gebeten, sich vorher im Sekretariat, Telefon 02845 / 392-476, anzumelden. Weitere Informationen unter www.neukichener.de.

 

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