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Palliative Versorgung wird immer wichtiger

Weiterbildung in der Altenhilfe des Erziehungsvereins

(Neukirchen-Vluyn, 21. Januar 2010) Leitende Mitarbeiter der drei Altenheime des Neukirchener Erziehungsvereins haben jetzt mit einer vierwöchigen Weiterbildung in der palliativen Begleitung, Betreuung und Pflege begonnen. Die Fachkräfte aus dem Matthias-Jorissen-Haus in Neukirchen-Vluyn und den beiden Krefelder Einrichtungen Dreikönigenhaus und Gerhard Tersteegen Haus beschäftigen sich unter anderem mit der Therapie schwerstkranker und sterbender Menschen, mit Schmerztherapie, der Kontrolle von Symptomen und mit Möglichkeiten der Behandlungspflege. Außerdem geht es um Fragen der Ethik und der Lebensqualität sowie um den Umgang mit Sterben, Tod und Trauer.

„Die Verweildauer der Bewohner in unseren Häusern wird immer kürzer“, sagt Andreas Rieber-Beier, Geschäftsbereichsleiter des Altenhilfeverbundes im Neukirchener Erziehungsverein. „Viele betreten das Haus bereits mit schwersten Erkrankungen. Einige kommen nur noch zum Sterben“, ergänzt Thomas Ulbrich, Leiter des Matthias-Jorissen-Hauses. Die palliative Versorgung hochbetagter, schwerkranker und zum Teil dementer Menschen werde deshalb immer wichtiger.

Ziel einer palliativen Begleitung, Betreuung und Pflege ist es, die Lebensqualität der Betroffenen Menschen zu erhalten beziehungsweise zu erhöhen. Hierbei geraten auch die betroffenen Angehörigen und ihre Ängste, Nöte, Wünsche und Bedürfnisse in den Blick, häufig auch über den Tod des Erkankten hinaus. „Palliative Pflege setzt vor allem eine radikal bewohnerorientierte Haltung der Mitarbeiter voraus“, so Ulbrich. Gefordert sei eine besondere Flexibilität im pflegerischen Planen und Handeln angesichts der häufig wechselnden Krankheitssituationen. Ulbrich: „Die Bereitschaft, immer wieder neue Denkansätze zu verfolgen, erfordert eine große Kreativität.“

Im Rahmen der Weiterbildung erfahren die Fachkraft auch, dass es in der palliativen Begleitung, Betreuung und Pflege ist nicht nur um Sterbebegleitung geht. Sie beginnt nicht selten bereits mit der Aufnahme. Thomas Ulbrich: „Es geht um den ganzen Menschen mit seiner physischen, psychischen, sozialen und spirituellen Dimension.“ Mit seiner Erkrankung entwickle der betroffene Mensch ganz individuelle Bedürfnisse, die es zu respektieren und zu unterstützen gelte. „Neben der Haltung der Mitarbeiter ist eine deshalb auch eine hohe Fachlichkeit Voraussetzung für eine palliative Kultur in einem Altenheim.“

 

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