Donnerstag, 29. Juli 2010

Richtet nicht nach dem, was vor Augen ist. (Johannes 7,24)

Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.

(Antoine de Saint-Exupéry)

Augen für das Gute

Wenn ich im Zug sitze, beobachte ich gerne die andern Fahrgäste. Es erschreckt mich, zu welch abwertenden Gedanken ich dabei fähig bin: Wie sieht die denn aus? Hoffentlich setzt der sich nicht in meine Nähe! - Von meinem ersten Eindruck, dem Vor-Urteil, gehe ich leider sehr schnell zum Ver-Urteilen über. Weil mir das äußere Auftreten eines Menschen fremd oder unsympathisch ist, schätze ich ihn gering, ohne ihn zu kennen.

Gott hat ein anderes Vor-Urteil über uns gefällt. Bei der Schöpfung sah Gott alles an, was er gemacht hatte, und "siehe, es war sehr gut" (1.Mose 1,31). Gottes wertschätzendes Urteil öffnet unsere Augen für das Gute - gegen den ersten Augenschein und gegen unsere Angst vor Unbekanntem. Wir können heute üben, das Gute zu entdecken - nicht nur beim Zugfahren.

(B-Ba)

 

 

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