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1. Ein Kalender mit Tradition
1890 erschien der Neukirchener Kalender zum ersten Mal.
Jakob Haarbeck, der Sohn eines der Gründer des Neukirchener
Erziehungsvereins, lernte als Pfarrer in Suderwick an der holländischen
Grenze bei seinem Amtskollegen in Dinxperlo einen holländischen
Abreißkalender mit Bibelsprüchen und kurzen Auslegungen
kennen. Das brachte ihn auf den Gedanken, zusammen mit seinem Schwager
Gustav Pott, der damals den Erziehungsverein leitete, auch für
das liebe Christenvolk deutscher Zunge" einen Abreißkalender
zum Besten des Erziehungsvereins" herauszugeben. Dieser
christliche Abreißkalender, den es sonst im deutschen Sprachraum
noch nicht gab, hatte einen überwältigenden Erfolg. Jahr
für Jahr stieg die Auflage beträchtlich, bis sie im Jahr
1941 die Zahl von über 1,5 Millionen verkauften Exemplaren
erreichte. Dann aber konnte der Kalender, weil er nicht kriegswichtig"
war, in Deutschland nicht mehr gedruckt und verbreitet werden. Er
erschien jedoch weiter in der Schweiz. Nach dem Zweiten Weltkrieg
erschien der Neukirchener Kalender auch wieder in Deutschland. Heute
beträgt seine Auflagenhöhe ca. 300.000 Exemplare.
2. Der Neukirchener Kalender hat zwei gute Seiten
Die erste gute Seite ist die Vorderseite des Kalenderblattes.
Auf ihr steht eine Andacht zu einem Textabschnitt der Bibel. Bei
der Auswahl der Texte folgt der Neukirchener Kalender der fortlaufenden
Bibellese, die von der Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft für
Bibellesen (ÖAB) herausgegeben wird und in einem Zeitraum von
acht Jahren durch alle Texte der Bibel führt. Über 250
Autorinnen und Autoren aus allen kirchlichen Bereichen machen in
den Tagesandachten Mut zum Glauben und geben Hilfe für ein
Christsein im Alltag.
Die zweite gute Seite des Kalenders ist seine Rückseite.
Auf ihr zeigen Geschichten aus dem Leben, Meditationen, Gedichte
und Gebete, die sich alle auf die Andacht beziehen, wie Gott mitten
in unserem Leben wirkt und wie seine Spuren in unserem Alltag aufleuchten
und zu finden sind. Vor allem seine Geschichten haben den Neukirchener
Kalender bekannt gemacht. Sie sind bis heute sein besonderes Kennzeichen.
3. Was sonst noch im Neukirchener Kalender steht
Neben der täglichen Andacht und dem Rückseitentext
nennt der Neukirchener Kalender an jedem Tag ein Gesangbuchlied,
das im Zusammenhang mit der Andacht steht.
Mit seinen Gedenkdaten erinnert der Kalender an Persönlichkeiten
aus der Kirchengeschichte, die an dem betreffenden Tag Geburts-
oder Todestag haben. Fällt das Datum auf einen Sonntag, bringt
der Kalender eine Kurzbiographie. An den Werktagen machen Buchhinweise
und -besprechungen auf Bücher aufmerksam, die das Tagesthema
des Kalenderblattes vertiefen und weiterführen.
4. Die verschiedenen Ausgaben des Neukirchener Kalenders
Die am meisten gelesene Ausgabe des Neukirchener Kalenders ist die Abreißausgabe. Zunehmender Beliebtheit aber erfreuen sich auch die Buchausgaben – kartoniert oder mit flexiblem Einband oder ab 2010 als kleine Pocketausgabe auf Dünndruckpapier. Auch in großer Schrift ist der Kalender erhältlich – zum Abreißen oder als Buch mit festem Einband. Das Andachtsbuch des Neukirchener Kalenders „Gottes Wort für jeden Tag“ enthält zusätzlich zu den Texten des Neukirchener Kalenders Einführungen in die biblischen Bücher der Bibellese sowie Farbfotos und Meditationen zu den Monatssprüchen. Um persönliche Notizen festzuhalten, gibt es „Gottes Wort für jeden Tag“ auch mit einem breiten Schreib-Rand.
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