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Wort für die Woche

42. Woche | 18. Sonntag nach Trinitatis, 15. Oktober 2017

Das Nadelöhr des Reichtums

Manche Worte Jesu haben wir schon so oft gehört, dass wir gar nicht mehr spüren, wie sie uns eigentlich herausfordern wollen. Das kann man von dem Gespräch Jesu mit dem „reichen Jüngling“ nicht behaupten. Auch nach Jahren reiben wir uns noch daran. Es geht uns wie den Jüngern, die damals dabei waren. Sie „entsetzten sich über seine Worte.“ Selbst erneutes Hinschauen und Nachfragen hilft zunächst nicht viel weiter. Auch hier bleiben wir den Jüngern ähnlich. „Sie entsetzten sich noch viel mehr“.

Doch beginnen wir noch einmal ganz von vorne. Diesmal die gute Nachricht zuerst: Es besteht Hoffnung - für uns selbst und für unsere Kirche! Denn, auch wenn es auf unserer Seite viele Hindernisse gibt, bei Gott sind alle Dinge möglich! Darauf sollten wir uns bedingungslos einlassen.

Nun aber die unbequeme Nachricht, an der wir uns reiben müssen. Ohne sie ist die Größe der Hoffnung nicht nachvollziehbar. Jesus wusste den religiösen und ethischen Ernst des jungen Mannes, der ihm voller Respekt begegnet war, zu schätzen. Er würdigte ihn und machte ihn nicht klein. Ja, er „gewann ihn lieb“. Und weil er ihn liebt und schätzt, fordert er ihn auf, loszulassen, wegzugeben, was ihn daran hindert, ihm nachzufolgen. Ausgerechnet das, was ihm Sicherheit gibt, hindert ihn, Jesus zu folgen. Im Fall des jungen Mannes war es sein Reichtum. Diese Sicherheit soll er aus den Händen geben und lieber für die Armen investieren. Reichtum ist zwar ein wichtiges Beispiel, aber eben nur ein Beispiel. Meine Bildung, Lebenserfahrung, auch die körperliche Fitness, die mir Sicherheit geben, könnten es ebenso sein. Die Jünger haben ein feines Gespür dafür, niemand kann so einfach die eigenen Sicherheiten loslassen. Uns ergeht es da auch nicht anders.

Wie den Jüngern damals ist aber auch uns die „gute Nachricht“ Jesu gesagt. Sie steht am Schluss. „Bei den Menschen ist’s unmöglich, aber nicht bei Gott; denn alle Dinge sind möglich bei Gott.“ ER hilft uns, sich auf ihn ganz zu verlassen. Wir dürfen lernen, alles, was wir erworben haben und sorgsam pflegen, ist nicht unsere letzte Sicherheit. Die letzte Sicherheit für unser Leben und Sterben schenkt uns dagegen Gott selbst. Das gibt uns neue Freiheit im Umgang mit unserem Besitz, ganz gleich ob wir ihn wörtlich oder im übertragenen Sinn verstehen.

Das gilt nicht nur für uns als Einzelne, sondern auch für uns als Kirche. So sehr wir noch die finanzielle Sicherheit unserer Kirche schätzen, im Blick auf die von uns zu gestaltende Zukunft können wir schon jetzt lernen, Gott allein schenkt seiner Kirche letzte Sicherheit.

Predigttext für den Sonntag

Und als er hinausging auf den Weg, lief einer herbei, kniete vor ihm nieder und fragte ihn: Guter Meister, was soll ich tun, damit ich das ewige Leben ererbe? Aber Jesus sprach zu ihm: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut als der eine Gott. Du kennst die Gebote: »Du sollst nicht töten; du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugnis reden; du sollst niemanden berauben; du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren.« Er aber sprach zu ihm: Meister, das habe ich alles gehalten von meiner Jugend auf. Und Jesus sah ihn an und gewann ihn lieb und sprach zu ihm: Eines fehlt dir. Geh hin, verkaufe alles, was du hast, und gib's den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben, und komm, folge mir nach! Er aber wurde betrübt über das Wort und ging traurig davon; denn er hatte viele Güter. Und Jesus sah um sich und sprach zu seinen Jüngern: Wie schwer werden die Reichen in das Reich Gottes kommen! Die Jünger aber entsetzten sich über seine Worte. Aber Jesus antwortete wiederum und sprach zu ihnen: Liebe Kinder, wie schwer ist's, ins Reich Gottes zu kommen! Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als dass ein Reicher ins Reich Gottes komme. Sie entsetzten sich aber noch viel mehr und sprachen untereinander: Wer kann dann selig werden? Jesus sah sie an und sprach: Bei den Menschen ist's unmöglich, aber nicht bei Gott; denn alle Dinge sind möglich bei Gott.

Markus 10, 17-27



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