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Wort für die Woche



08. Woche | Invocavit – 18. Februar 2018

Willkommene Zeit

„Invokavit“, der 1. Sonntag in der Passionszeit. Sie will eine Zeit der Besinnung sein. Wir erinnern uns an das Leiden Jesu. Er ist gestorben und vom Tod auferstanden. Doch was bedeuten Leiden und Sterben Jesu für uns im Jahr 2018? Von Paulus hören wir: „Siehe, jetzt ist die willkommene Zeit, siehe, jetzt ist der Tag des Heils!“

Vielleicht sollten wir die Passionszeit und die Osterzeit nicht zu sehr voneinander trennen. Denn, wie können wir den Sinn der Passionszeit verstehen, wenn wir nicht gleichzeitig den Sieg über den Tod im Gedächtnis haben? Uns verbindet doch die Hoffnung auf die Auferstehung mit dem Leiden und Sterben Jesu.
Was wir brauchen ist Hoffnung! Natürlich ist die Schuldfrage ebenso wichtig und sie darf auch nicht verdrängt werden. Aber wir gehen ja nicht aus Schuldgefühlen heraus in die Passionszeit, sondern weil wir Hoffnung haben. Wenn wir das Leiden Jesu uns vor Augen halten, dann erkennen wir, wie sehr Gott uns in unserem Leiden verstehen kann! Wir werden entdecken, dass Jesus auf der Seite der Kranken und Leidenden zu finden ist. Als Klinikseelsorger hatte ich manchmal erlebt, dass Patienten auf das Kreuz im Krankenzimmer zeigten mit der Bemerkung: die Erinnerung an das Leiden Jesu hilft mir das eigene Leiden zu ertragen.

„Die Zeit heilt Wunden“, so sagen wir. Paulus spricht aber von einer „willkommenen Zeit“. „Zeit der Gnade“ hieß es in der älteren Bibelausgabe. „Siehe, jetzt ist die Zeit der Gnade.“ Gnade ist doch immer „willkommene Zeit!“ Gott hat also Zeiten für uns bereit, Tage und Stunden, die so nicht wiederkehren. Uns erscheint die Zeit immer wie ein Verfließen und Verstreichen von Tagen und Stunden, die beliebig auswechselbar sind. Bei Gott ist das anders. Die Zeit ist bei ihm wie ein Gefäß, das er in die Hand nehmen kann, um es zu füllen, wie er will. Unsere Zeit ist Gottes Zeit. Das sollte uns bewahren vor Selbstherrlichkeit, als könnten wir etwas erzwingen, was Gott uns nicht gibt. Bewahren aber auch vor der Resignation, als ob es belanglos wäre, was wir aus der Zeit machen und ihr abgewinnen.

Unsere Zeit ist Gottes Zeit. Das gilt auch für unsere Lebenszeit, die er uns zugemessen hat. Er geht mit uns durch diese Zeit. Wir sollten darum, auch wenn die meiste Lebenszeit schon hinter uns liegen mag, nicht meinen, dass wir nichts mehr zu erwarten hätten.
Unsere Zeit ist Gottes Zeit. Das ist ja das Geheimnisvolle, dass die Ewigkeit, die jenseits und über aller Zeit steht, diese unsere Erdenzeit nicht verachtet, sondern sie ernst nimmt, um sie zu füllen, so wie Gott es will. Gott hat Stunden für uns bereit, wo er uns besonders nahe sein will, wo er unsere eigene Befangenheit und Unruhe vertreiben will, damit wir hören lernen, was er uns sagen will. Wir sollten darum bereit sein, den Weg zu gehen, den er uns zeigen will. Er kann jeden Tag zu einer Gelegenheit machen, wo du in ganz neuer Weise hören und verstehen lernst, hören wie noch nie, um endlich ganz das zu empfangen, was Gott dir geben will.

Predigttext für den Sonntag

Als Mitarbeiter aber ermahnen wir euch, dass ihr nicht vergeblich die Gnade Gottes empfangt. Denn er spricht (Jesaja 49,8): »Ich habe dich zur willkommenen Zeit erhört und habe dir am Tage des Heils geholfen.« Siehe, jetzt ist die willkommene Zeit, siehe, jetzt ist der Tag des Heils! Und wir geben in nichts irgendeinen Anstoß, damit dieser Dienst nicht verlästert werde; sondern in allem erweisen wir uns als Diener Gottes: in großer Geduld, in Bedrängnissen, in Nöten, in Ängsten, in Schlägen, in Gefängnissen, in Aufruhr, in Mühen, im Wachen, im Fasten, in Lauterkeit, in Erkenntnis, in Langmut, in Freundlichkeit, im Heiligen Geist, in ungefärbter Liebe, in dem Wort der Wahrheit, in der Kraft Gottes, mit den Waffen der Gerechtigkeit zur Rechten und zur Linken, in Ehre und Schande; in bösen Gerüchten und guten Gerüchten, als Verführer und doch wahrhaftig; als die Unbekannten und doch bekannt; als die Sterbenden, und siehe, wir leben; als die Gezüchtigten und doch nicht getötet; als die Traurigen, aber allezeit fröhlich; als die Armen, aber die doch viele reich machen; als die nichts haben und doch alles haben.

2.Korinther 6, 1-10



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