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Wort für die Woche

04. Woche | Letzter Sonntag nach Epiphanias – 21. Januar 2018

Wegweiser aus der Angst

Ein fremder Bahnhof. Ich steige aus dem Zug. Hektisch schaue ich mich um. Ich habe nicht viel Zeit, dann fährt schon der Anschlusszug ab! Es gäbe einen Gleiswechsel, hatte man eben gesagt. Wo also muss ich jetzt hin? Welches Gleis, und wo finde ich das? Welche Richtung? Wo ist die Treppe? Irritiert geht mein Kopf hin und her, die Augen suchen unruhig den Bahnsteig ab. Und dann: Die Stimme von Lautsprecher: „Der ICE nach Frankfurt fährt heute von Gleis 3, am selben Bahnsteig gegenüber.“ Erleichtert atme ich auf. Alles geklärt. Alles gut!

Wie gut, das zu erleben: Eine Stimme weist den Weg, wenn wir selbst orientierungslos sind! In einer unvergleichlich unsicheren und bedrängenden Lage hat der Seher Johannes dies auch erfahren. Er musste damals miterleben, wie die noch junge Christenheit verfolgt wurde. Staatliche Mächte trieben sie in die Enge. Die Gemeinden wurden unterdrückt, viele Christenmenschen getötet. Angst allerorten. Johannes selbst hatte fliehen müssen, um sein Leben zu retten. Auf Patmos saß er, wie gefangen und mit der bangen Frage: Wie würde es weitergehen? Hatte er selbst noch eine Zukunft? Und was würde aus seiner Gemeinde und aus der Christenheit überhaupt? Sorgen und Zweifel schwirrten durch seinen Kopf, bedrückten seine Seele. Doch dann, an einem Sonntag, unvermittelt: Da hört Johannes plötzlich die Stimme Christi. „Fürchte dich nicht“, sagt sie zu ihm. „Ich bin es, Jesus. Ich bin es, den sie kreuzigten und töteten. Aber: Ich lebe! Ich habe alle Vollmacht von Gott bekommen. Himmel und Erde gehören mir. Meine Macht ist selbst stärker als der Tod. Also: Fürchte dich nicht, denn du gehörst doch zu mir! Und nun tröste meine Gemeinde! Gib ihnen weiter, was ich dir sage.“ Johannes hört die Stimme Christi – und sie gibt ihm neue Orientierung und Gewissheit. Und Christus ermutigt Johannes weiter, schenkt ihm Hoffnungsbilder und tröstliche Verheißungen. Johannes schreibt sie auf im Buch der Offenbarung und kann damit seine Gemeinde stärken und aufrichten.

Manches von dem, was wir im letzten Buch der Bibel lesen, scheint uns zunächst fremd. Vielleicht so wie es für Johannes fremd gewesen wäre, sich einen ICE vorzustellen. Aber seine Erfahrung, dass er von Christus ermutigt wurde, teilen auch wir. Christi Worte geben Orientierung. Sie weisen uns den Weg, sie schenken uns Hoffnung. Das „Fürchte dich nicht“ kann auch ich hören. Wo immer ich es brauche und wissen will, dass es weitergeht. Ein Glück, nicht nur auf Bahnhöfen!

Predigttext für den Sonntag

Ich, Johannes, euer Bruder und Mitgenosse an der Bedrängnis und am Reich und an der Geduld in Jesus, war auf der Insel, die Patmos heißt, um des Wortes Gottes und des Zeugnisses Jesu willen. Ich wurde vom Geist ergriffen am Tag des Herrn und hörte hinter mir eine große Stimme wie von einer Posaune, die sprach: Was du siehst, das schreibe in ein Buch und sende es an die sieben Gemeinden: nach Ephesus und nach Smyrna und nach Pergamon und nach Thyatira und nach Sardes und nach Philadelphia und nach Laodizea. Und ich wandte mich um, zu sehen nach der Stimme, die mit mir redete. Und als ich mich umwandte, sah ich sieben goldene Leuchter und mitten unter den Leuchtern einen, der war einem Menschensohn gleich, der war angetan mit einem langen Gewand und gegürtet um die Brust mit einem goldenen Gürtel. Sein Haupt aber und sein Haar war weiß wie weiße Wolle, wie Schnee, und seine Augen wie eine Feuerflamme und seine Füße gleich Golderz, wie im Ofen durch Feuer gehärtet, und seine Stimme wie großes Wasserrauschen; und er hatte sieben Sterne in seiner rechten Hand, und aus seinem Munde ging ein scharfes, zweischneidiges Schwert, und sein Angesicht leuchtete, wie die Sonne scheint in ihrer Macht. Und als ich ihn sah, fiel ich zu seinen Füßen wie tot; und er legte seine rechte Hand auf mich und sprach: Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige. Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.

Offenbarung 1, 9-18



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