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Wort für die Woche

04. Woche | 3. Sonntag nach Epiphanias – 22. Januar 2017

Mit den Wundern ist das so eine Sache…

Zu der Zeit, als Jesus lebte, war das Wissen über naturwissenschaftliche Zusammenhänge noch nicht sehr entwickelt. Vieles, was wir heute erklären können, wurde als Wunder angesehen. Deshalb wurden Jesu Wundergeschichten auch gerne weiter erzählt. Sie hoben das Besondere an ihm hervor. Er vermochte etwas, was man sich nicht erklären konnte. Das musste göttlich sein. Je weiter sich aber unsere Forschung entwickelte, desto mehr zweifelten die Menschen an diesen Geschichten: War die Tochter des Jairus wirklich tot gewesen, als Jesus sie auferweckte? Das klingt so ganz und gar nicht logisch. Wäre der Sohn des königlichen Beamten nicht auch ohne die Aussage Jesu gesund geworden? Wo ist der Beweis, dass er Einfluss nahm? Jesus sagt: „Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, so glaubt ihr nicht!“

Wenn wir die Geschichte vom Beamten weiter lesen, dann erfahren wir, dass die Wunderheilung gar nicht mehr nötig ist, damit er glaubt. Jesu Aussage „Geh hin, dein Sohn lebt!“ ist ihm genug. Danach geht er voll Zuversicht und gestärkt nach Haus. Das ist für mich das eigentliche Wunder. Der Mann braucht in seiner verzweifelten Situation nicht mehr als Jesu Worte, weil er diesen Worten vertraut. Jesu Nähe bewirkt, dass sich seine Verzweiflung löst, dass er sich öffnen kann, dass Angst und Zweifel überwunden werden.

Das ist das Wunderbare. Gott ist uns Menschen in Jesus ganz nahe gekommen. Er ist Mensch geworden. Er kennt uns. Er versteht uns. Er kennt auch unsere Ungeduld, unsere Zweifel und unsere Ängste. Er möchte, dass wir ihm auch heute vertrauen, dass wir ihn in seinem Sohn erkennen.

Dies klingt angesichts der Wunderheilung, von der die Geschichte erzählt, zunächst nicht spektakulär. Aber es hat bis heute immer noch seine volle Kraft. Egal, wie weit die Naturwissenschaft fortgeschritten ist. Egal, welche vermeintlichen Wunder vielleicht entzaubert werden. Sogar, wenn andere Wunder nicht eintreten. Denn manchmal hilft kein Beten oder Flehen. Es wird nicht alles gut. Die Krankheit wird nicht überwunden. Das Unglück geschieht. Gottes Nähe bleibt.

So wie der königliche Beamte Jesus vertraut hat, so können wir ihm vertrauen. Der Glaube, die Gewissheit, dass er auch in den schwersten Momenten bei uns ist, kann uns halten. Wenn wir uns öffnen, wenn wir Gott ganz nahe an uns heran lassen, wenn er uns ganz nahe kommen kann, werden wir es spüren. Dann kann der Glaube uns mit Kraft und Vertrauen erfüllen, damit wir auch dem Schlimmen ins Auge sehen und es ertragen können. Damit wir an allen Tagen, den guten und den schlechten, getrost durch die Welt mit ihren vielfältigen Wundern gehen.

Predigttext für den Sonntag

Und Jesus kam abermals nach Kana in Galiläa, wo er das Wasser zu Wein gemacht hatte. Und es war ein Mann im Dienst des Königs; dessen Sohn lag krank in Kapernaum. Dieser hörte, dass Jesus aus Judäa nach Galiläa kam, und ging hin zu ihm und bat ihn, herabzukommen und seinem Sohn zu helfen; denn der war todkrank. Und Jesus sprach zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, so glaubt ihr nicht. Der Mann sprach zu ihm: Herr, komm herab, ehe mein Kind stirbt! Jesus spricht zu ihm: Geh hin, dein Sohn lebt! Der Mensch glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm sagte, und ging hin. Und während er hinabging, begegneten ihm seine Knechte und sagten: Dein Kind lebt. Da erforschte er von ihnen die Stunde, in der es besser mit ihm geworden war. Und sie antworteten ihm: Gestern um die siebente Stunde verließ ihn das Fieber. Da merkte der Vater, dass es die Stunde war, in der Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebt. Und er glaubte mit seinem ganzen Hause. Das ist nun das zweite Zeichen, das Jesus tat, als er aus Judäa nach Galiläa kam.

Johannes 4,46-54



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