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Daniel* war knapp zwei Jahre alt, als seine Familie gezwungen war, die Heimat in der afghanischen Provinz Chost im Osten des Landes, nahe der Grenze zu Pakistan, zu verlassen. Die Eltern hatten einen kleinen Lebensmittelladen, der sie und die fünf Kinder ernährte. Der Krieg und seine Wirren machten ein Weiterleben in der vom IS kontrollierten Region unmöglich, die Familie floh in den Iran.

Fast 14 Jahre lebte sie dort, der Vater hielt die Familie als Tagelöhner über Wasser. Eine Schule haben Daniel und seine vier älteren Geschwister nie besucht. Im Sommer 2014, als die Repressionen der iranischen Behörden immer mehr wurden, machte sich die Familie wieder auf den Weg, diesmal in Richtung Europa. Auf der Passage zwischen Iran und Türkei wurde Daniel von seiner Familie getrennt. Bis heute hat er sie nicht wiedergesehen, er weiß nicht einmal, ob und wo sie leben. Die Überfahrt im Schlauchboot nach Griechen- land überlebte der damals 15-Jährige nur knapp und kam irgendwann in Deutschland an und wurde nach Krefeld verteilt. Das Jugendamt übertrug die Sorge um den Jungen an die Mitarbeiter des Erziehungsvereins, die sich fortan um Daniel kümmerten.

"Ich habe so viele dunkle Flecken auf meiner Seele - Ein Tag Auszeit hilft mir, sie kurzfristig zu vergessen."

Thomas Wamser, sein Bezugsbetreuer beim Erziehungsverein, half ihm bei der Suche nach Praktikumsplätzen. Nachdem Daniel in einem Seniorenzentrum mehrere Wochen einen Eindruck vom Arbeitsalltag in einer Pflegeeinrichtung bekommen hatte, bewarb er sich. Am 1. Oktober 2018 beginnt er dort die Ausbildung zur Pflegefachkraft.

Neben der fachlichen Betreuung ist die Freizeit ein ganz wichtiger Bestandteil der Arbeit mit jungen Flüchtlingen. So wie Daniel sind viele von ihnen ihrer Kindheit beraubt und durch die oft jahrelange Flucht traumatisiert. Spielen, frei und ungezwungen sein, ist ihnen völlig fremd. Umso wichtiger ist es, den jungen Menschen einen Ausgleich zum Alltag zu verschaffen. Dieser Alltag ist geprägt von Schule, Behördengängen und vor allem durch die Unsicherheit, was nach Ablauf der Duldungsfrist ist.

"Wenn ich Futsal spiele, bin ich frei."

Futsal, eine Variante des Hallenfußballs, ist Daniels liebste Freizeitbeschäftigung. Im Iran traf er 2014 auf Babak Masoomi, den Kapitän der iranischen Futsal-Nationalmannschaft, und kickte ein paar Bälle mit ihm. Vor einem Jahr nahm Daniel am ersten Futsal-Turnier in Krefeld teil und gewann prompt mit seiner Mannschaft den ersten Preis.

WAS HABEN WIR VOR


Wir wissen, wie wichtig die freizeitpädagogischen Maßnahmen in unseren Büros der Ambulanten Hilfen gerade für junge Geflüchtete sind. Auch wollen wir die von uns betreuten Familien mit Kindern davon profitieren lassen und Ausflüge, Vereinsbeiträge, Verpflegung und besondere Aktivitäten finanzieren, für die wir seitens der Kostenträger leider keine Kostenübernahme haben. Daniel hat gut 80 Euro in der Woche zur Verfügung, muss davon alles bis auf die Miete bezahlen. Für Freizeitgestaltung bleibt da nicht viel übrig.









Sollte dieses Projekt durch Spendeneingänge vollständig finanziert sein, behalten wir uns vor, überschüssige Spendengelder in ein artverwandtes Projekt zu investieren.



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Neukirchener Erziehungsverein
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