Neukirchener Kalender

Heutiges Kalenderblatt

Seit der Neukirchener Kalender 1890 zum ersten Mal erschien, ist er für viele Menschen weltweit eine unverzichtbare Hilfe, den Kontakt zu Gott nicht zu verlieren. In zwei Texten wird über den aktuellen Abschnitt der Ökumenischen Bibellese nachgedacht – der geistliche Impuls für den Tag wird durch ein Beispiel, eine Erzählung oder ein Gebet veranschaulicht. Tipps zu empfehlenswerten Büchern, Hinweise zu besonderen Personen der Kirchengeschichte und passende Liedangaben ergänzen die Andacht. Inzwischen gibt es den Neukirchener Kalender in unterschiedlichen Abreiß- und Buchausgaben und natürlich auch digital.

Finstere Täler waren dem Psalmbeter David von klein auf bekannt. Als Kind hütete er die Schafe seines Vaters, eine Aufgabe, die mit großen Gefahren verbunden war. Da galt es, sich und die Herde in unwirtlichem Gelände gegen wilde Tiere zu verteidigen. Doch dann wurde er an den Hof von König Saul geholt, um mit seinem Harfenspiel gegen dessen Schwermut anzutreten. Eine Fähigkeit, die der König so lange schätzte, bis er den jungen Mann als eine Gefahr für seinen Thron wähnte und deshalb zu seinem erbitterten Feind und Verfolger wurde.
David musste fliehen und Tag und Nacht auf der Hut sein. Aber selbst in größter Bedrohung erlebte er, dass Gott ihn beschützt. Davids Antwort auf diese Erfahrung ist absolutes Vertrauen. Er muss kein Unglück fürchten, sondern kann sich der Fürsorge seines barmherzigen Gottes absolut sicher sein – als seinem Hirten und Gastgeber. Wohl dem, der so auf Gott vertraut!

Begleite mich, mein Gott

Mein Gott, zuerst und zuletzt
sorgst du für mich,
obwohl mein Vertrauen
in die eigene Vorsorge größer ist,
obwohl ich mitschuldig bin,
wenn frisches Wasser rar wird
und grüne Auen verrotten.
Wie lebenspendendes reines Wasser
erquickt dein klärendes Wort die Seele.
Begleite mich, mein Gott,
wenn die Straßen meiner Zeit
durch finstere Täler führen,
wenn sie zu Sackgassen werden und sich
in einer ungewissen Zukunft verlieren.
Deine Gegenwart bleibt stets meine Zukunft,
die mich in der Angst tröstet.

TILMANN GESKE (18.7.1961 – 18.4.2007):
Als Tilmann Geske an diesem Tag vor 14 Jahren im türkischen Malatya in sein Büro geht, wusste er nicht, dass er und zwei weitere Christen wegen ihrer Liebe zu Jesus grausam ermordet werden sollten. Er lebte seit einigen Jahren mit seiner Familie in der Türkei, arbeitete als Übersetzer, Lehrer, Prediger. 2003 zogen sie ins ostanatolische Malatya. "Ich will keine Rache", sagte Susanne Geske später voller Gottvertrauen. Sie hat den Mördern vergeben.

Bibellese

F: Ps 23 · Ep: 1Petr 2,21–25 · Ev: Joh 10,11–16 · P: Hes 34,1–16.31

Lied

Der Herr ist mein getreuer Hirt

EG 274 GL (379) ErG (18)

Misericordias Domini

Spendenprojekt - Die große Freiheit "erfahren"