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Neukirchen-Vluyn, 20.08.2020

Vertrauen in das eigene Leben gewonnen

Als seine Mutter ihn an seinem 18. Geburtstag rausschmeißt, bricht für Felix eine Welt zusammen. „Ihr gefiel meine Art, in den Tag zu leben nicht“, sagt er im Rückblick. „Ich saß von jetzt auf gleich auf der Straße.“ Und das, obwohl er bis dahin seinen Hauptschulabschluss erfolgreich erworben hatte. Er beginnt eine Weiterqualifikation als Fachpraktiker im Lagerbereich bei FACHWERK, einem Bildungsträger zur beruflichen Orientierung im Kreis Wesel. In dieser Phase erfolgt der Rauschmiss vollkommen unerwartet.

 

Das Band zur Mutter zerreißt. Die Eltern sind getrennt. In seiner Not kommt er bei seinem Vater unter, der ihm für eine kurze Übergangszeit Unterschlupf gewährt. Die Mutter bewohnt zu dieser Zeit eine Wohnung im Haus der Großeltern. Ganz besonders der Oma ist es nicht gleichgültig, was aus ihrem Enkel wird. Sie überzeugt Felix, sich beim Jugendamt in Moers-Meerbeck beraten zu lassen. Die Mitarbeiter der Sozialbehörde erkennen den Hilfebedarf des 18-Jährigen und bewilligen eine sozialpädagogische Betreuung im Betreuten Wohnen des Neukirchener Erziehungsvereins. Im Mai 2018 bezieht Felix sein Zimmer in einer Einrichtung für insgesamt 13 Jugendliche und junge Erwachsene der Ambulanten Hilfen in Moers-Meerbeck.

 

„Komplett durcheinander, Kopf und Herz bleischwer“, so beschreibt sein pädagogischer Betreuer Peter Wallat Felix bei seiner Ankunft. Der Jugendliche tut sich schwer, in seiner neuen Umgebung anzukommen und zieht sich komplett zurück. Auch wenn das bisherige Familiensystem mehr schlecht als recht funktionierte, nun auf sich gestellt zu sein, macht ihn unsicher. Kontakte zu anderen weist er von sich. „Zuerst habe ich die Leute um mich herum weggestoßen. Ich hatte kein Vertrauen und Angst, wieder enttäuscht zu werden“, beschreibt er seine Gefühle in der Anfangszeit. Seine Oma wird erneut zu einem Anker. Sie besucht ihn regelmäßig, ihre Zuwendung gibt ihm Sicherheit. Mehr und mehr öffnet er sich. Im Sommer 2019 macht es innerlich „Klick“. Das stabile Umfeld der Hausgemeinschaft und das Verständnis der pädagogischen Mitarbeiter stärken ihm den Rücken. Felix öffnet sich für Kontakte mit seinen Mitbewohnern und nimmt teil an gemeinsamen Grill- oder Spieleabenden. Er schöpft neue Kraft und entwickelt Pläne für die Zukunft. Seine beruflichen Perspektiven hat er nie aus den Augen verloren. Im Betreuten Wohnen schließt er die Weiterbildung als Fachpraktiker im Lagerbereich erfolgreich ab.

 

Felix Mutter lebt mittlerweile nicht mehr im Haus der Großeltern. Die haben ihm angeboten, in die freistehende Wohnung einzuziehen und wenn er ein geregeltes Einkommen hat, auch Miete dafür zu zahlen. Der mittlerweile 20-Jährige bewirbt sich bei EDEKA um eine Ausbildung zur „Fachkraft für Lagerlogistik“ im Logistikzentrum Moers und erhält eine Zusage. „Egal, wie schlecht es mir ging, meine Arbeit war mir immer wichtig. Ich bin schon stolz, dass es mit der Ausbildung geklappt hat. Anfang August geht’s los. Meine Großeltern haben mir ein Auto geschenkt, damit ich unabhängig bin“, freut er sich. Als Grenadier im Schützenverein Orsoy kann er ein eigenes Auto auch für sein Hobby gut gebrauchen.

 

In diesem Herbst ist der Umzug in die eigenen vier Wände geplant. Peter Wallat wird seinen flügge gewordenen Schützling noch eine Weile weiter begleiten und danach die Jugendhilfe-Maßnahme für Felix erfolgreich beenden. Sein Fazit: „Felix hat wichtige Schritte in seiner Entwicklung vollzogen. Seine soziale Beziehungsfähigkeit und das Vertrauen, das eigene Leben selbstständig in die Hand zu nehmen ist in den letzten zwei Jahren gereift.“

 

Die Ambulanten Hilfen in Moers fördern Kinder und junge Menschen in ihrer Entwicklung zu einer selbstständigen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit und stärken die Eltern in den Familien in ihrer Erziehungskompetenz. Über Art und Umfang der Hilfeleistung entscheiden federführend der öffentliche Träger der Jugendhilfe bzw. der örtliche oder überörtliche Träger der Sozialhilfe.

 

Bild: (v. l.): Matthias von Holst; Leitung Ambulante Hilfen Moers, Felix, Peter Wallat, pädagogischer Mitarbeiter
Foto. Andrea Leuker, Erziehungsverein

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