Spruch für den April
Jesus spricht zu Thomas: Weil du mich gesehen hast, darum glaubst du? Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!
Johannes 20,29
Thomas ist einer der zwölf engsten Weggefährten von Jesus. Er war nicht dabei, als Jesus nach seiner Auferstehung den Jüngern erschienen war. Als Thomas die Berichte der anderen hörte, dass sie den Herrn gesehen haben, konnte er dies nicht glauben. Dazu benötigte er Beweise. Thomas wollte die Wunden der Nägel an den Händen Jesu mit seinen eigenen Augen sehen, sie berühren. Jesus erfüllt ihm diesen Wunsch: Als er acht Tage später wieder zu den Jüngern kam, ist Thomas dabei und kann nur noch staunend sagen: „Mein Herr und mein Gott!“
Doch wie ist das denn eigentlich, wenn man etwas nicht sehen kann: Gibt es das dann tatsächlich nicht? Nun, die Sterne können wir tagsüber nicht erkennen, aber sie sind doch trotzdem da. Auch die Sonne scheint an einem regengrauen Tag, nur eben verborgen hinter einer dicken Wolkendecke. Auch Ideen und Gedanken, die durch die Köpfe schwirren, lassen sich weder mit den Augen erfassen noch mit den Händen festhalten. Sehr treffend formuliert hat es Albert Frey in seinem Lied „Anker in der Zeit“: Er ist gewiss, dass es ein Licht gibt, das den Weg weist, und dass es Glaubensgewissheit geben kann, auch wenn wir nicht alles sehen und verstehen.
Ähnlich ist es auch mit der Liebe: Sie lässt sich beschreiben, mit Symbolen, gefühlvollen Worten und aufmerksamen Taten in zwischenmenschlichen Beziehungen. Gottes bedingungslose Liebe erfahren wir in seinem Wort. Wir dürfen sie spüren und in uns aufnehmen, als ein nicht zu fassendes und unsichtbares Geschenk. Denn auch diese Liebe ist nicht zu sehen. Wie so vieles, was für unser Leben unverzichtbar ist. Der auferstandene Jesus schenkt uns Glaube, Hoffnung und Liebe. Sie schenken unserem Leben Tiefe und Sinn, auch wenn wir sie nicht mit bloßem Auge sehen können.
Susanne Neuhäuser
