Jahreslosung

Liebe Leserin, lieber Leser!

„Seid nett zueinander!“ Gegen die Gewalt, die sich auf Straßen und Internetplattformen austobt, wirkt dieses Motto aus den 60er Jahren blass wie ein Plakat, das zu lange in der Sonne gehangen hat. Es bringt ja nichts, an das Gutmenschentum zu appellieren. Wenn das Herz hart ist, hilft auch kein Hammer. Was wir dringend brauchen ist Gottes Herzlichkeit. Gott will unsere Herzen wieder menschlich, ja eben barmherzig machen, so wie er selbst barmherzig ist. – In Japan hat man gute Erfahrungen mit kleinen Robotern gemacht. Mit großen Kulleraugen und einer netten Stimme helfen sie alten Menschen, in der Einsamkeit zu leben. So genial die Idee ist, aber „barmherzig“ können solche Maschinen nicht sein. Das ist nicht ihre Natur. Sie imitieren Gesten, Geräusche, Gespräche, die sie von ihrem Trainer gelernt haben. Die können sie bei Bedarf wiedergeben. Unser Schöpfer und Vater im Himmel hat uns mit einer weitaus komfortableren Natur entworfen: Wir sind ausgestattet mit Empathie, um zu spüren, wie es anderen geht. Wir finden Worte, die stärken und verändern. Wir benutzen Hände, die helfen und heilen. Aber vor allem haben wir ein Herz wie Gott selbst, das voller Liebe ist. Deshalb ist Barmherzigkeit keine Aufgabe, sondern eine Gabe, kein Paradigma, sondern das Paradies. Gottes Herzlichkeit ist unser Lebenskreis, unser Lebenselixier, unser Lebenselement, so deutet es das Bild des Neukirchener Kalenders von Dietmar Reichert. Gottes Liebe will geteilt werden wie der letzte Schluck Wasser in der Wüste. Sie will sich breit machen wie Wärme durch die Sonnenstrahlen. Sie will alles verändern, verwandeln, verbinden. – Auch alle diakonische Arbeit des Neukirchener Erziehungsvereins ist davon getragen, Gottes Barmherzigkeit jungen, behinderten und alten Menschen in Ost und West weiterzugeben. Mit dem Kauf des Neukirchener Kalenders helfen Sie uns in dieser Arbeit. Dafür möchten wir Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, hier besonders danken.

 

In herzlicher Verbundenheit grüßen Sie

Pfarrer Hans-Wilhelm Fricke-Hein, Neukirchener Erziehungsverein
Ralf Marschner, Neukirchener Kalender

 

 

PS. von Hans-Wilhelm Fricke-Hein:  Mit dieser 132. Ausgabe verabschiede ich mich aus der Herausgeberschaft. Ich freue mich, dass mit der neuen Direktorin Annegret Puttkammer jemand gefunden wurde, die dem Kalenderverlag tief verbunden ist. Ich bedanke mich bei Ihnen für Ihre Treue und für manchen Austausch. Dem Herausgeberteam wünsche ich Gottes Segen für die Zukunft.