Wort für die Woche

3. Sonntag nach Epiphanias
Mit Gottes Kraft unterwegs

Das Evangelium hat eine große befreiende Kraft. Eine Kraft, die Menschen Frieden bringt. Eine Kraft, die Seligkeit verspricht. Eine Kraft, die Gerechtigkeit schafft. Der Apostel Paulus war fest davon überzeugt und hat in seinen Briefen und auf seinen Reisen Menschen davon vorgeschwärmt. Die Kraft Gottes ist ein unerschöpfliches Reservoir, eine nie versiegende Quelle, ein ungeahnter Reichtum – sie kann Menschen zusammenführen.

Die Kraft Gottes gilt allen Menschen. Der Apostel nennt beispielhaft Griechen und Nichtgriechen, denen er das Evangelium verkündigt. Diese beide Menschengruppen stehen für die gesamte bekannte Welt. Es sind alle Völker angesprochen. Alle sind eingeladen, ja mehr noch, aufgefordert, dem Evangelium zu folgen und den Schritt des Glaubens zu wagen. Für Paulus und das Neue Testament insgesamt war und ist das Bekenntnis zu Jesus Christus und der Glauben an den christlichen Gott die Voraussetzung, selig zu werden.

Die Situation heute hat sich geändert. Menschen und Völker ringen darum, wie Verständigung gelingen kann. Wie können wir Frieden untereinander finden? Wie kann die Gewalt zwischen den Nationen verringert werden? Wie kann die Verfolgung aus religiösen Gründen beendet werden? Kurz, wie können Toleranz und Offenheit Gewalt und Hass überwinden helfen?

Die christliche Botschaft ist eine Botschaft der Liebe, der Gerechtigkeit und des Friedens. Davon sind Christinnen und Christen auf der ganzen Welt fest überzeugt. Sie sind Botschafter und Botschafterinnen der guten Nachricht Gottes. Viele sind überzeugt, dass diese Botschaft auch Menschen anderer Religionen und Überzeugungen gilt, ohne dass sie ihre je eigene Religion aufgeben müssten. Es geht um das gemeinsam Verbindende. Die gemeinsamen Werte. Den gemeinsamen Frieden. Vielleicht muss in diesen Tagen die klassische christliche Mission zugunsten des Dialogs der Religionen ein wenig zurückhaltender sein. Selbst dem Apostel Paulus war es auf seinen Missionsreisen klar, dass es neben der christlichen Predigt auch den Dialog, den Austausch und das Ringen um die christliche Wahrheit braucht.

Denn das, woran wir glauben, prägt unser aller Leben. Wir erinnern uns an schöne Gottesdienst, besondere Feste, das eine oder andere Stoßgebete oder an ein feierliches Segenswort. Das gehört zu unserer religiösen Identität.

Wir und Gläubige anderer Religionen erwarten dafür den gleichen Respekt und tragen die gleiche Hoffnung in uns auf Frieden, Gerechtigkeit und Seligkeit.

Predigtext für den Sonntag

13 Ich will euch aber nicht verschweigen, Brüder und Schwestern, dass ich mir oft vorgenommen habe, zu euch zu kommen – wurde aber bisher gehindert –, damit ich auch unter euch Frucht schaffe wie unter andern Heiden. 14 Griechen und Nichtgriechen, Weisen und Nichtweisen bin ich es schuldig; 15 darum, soviel an mir liegt, bin ich willens, auch euch in Rom das Evangelium zu predigen. 16 Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die glauben, die Juden zuerst und ebenso die Griechen. 17 Denn darin wird offenbart die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, welche kommt aus Glauben in Glauben; wie geschrieben steht (Habakuk 2,4): »Der Gerechte wird aus Glauben leben.«

 

                                                                                               Röm 1,13-17

Gebet:

Weltumfassender, großer Gott,

 

Menschen in aller Welt vertrauen auf Dich und Deine Gnade.

Du rufst uns aus allen Himmelsrichtungen zusammen.

Lass uns gemeinsam an deinem Reich des Friedens bauen.

Leite uns an und begleite uns mit deinem Segen.

 

Amen

Wochenspruch:

Es werden kommen von Osten und von Westen, von Norden und von Süden, die zu Tisch sitzen werden im Reich Gottes.

Lukas 13,29

Autor:

Pfarrer Dr. Peter Munzert
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