Wort für die Woche

Trinitatis
Unverdiente Liebe

Gerade haben wir in der Familie den Geburtstag meines jüngsten Sohnes gefeiert, mit Kuchen und Kerzen, Glückwünschen und Geschenken. Wir haben uns mit ihm gefreut und gefeiert, dass wir ihn bei uns haben, ja, dass er einfach da ist – genau so, wie er nun einmal ist.

Während man an anderen Tagen auch gerne einmal darauf schaut, ob die Kinder tun, was sie „sollen“, ob sie die Erwartungen erfüllen, die wir in sie setzen, so ist doch der Geburtstag ein Tag, an dem wir den Kindern zeigen: Du bist geliebt, ohne etwas dafür leisten zu müssen. Vielleicht erinnern wir uns an den tatsächlichen „Geburtstag“ des Kindes, den Tag, an dem das Kind auf die Welt kam. Damals war es klein und hilflos, konnte noch nichts alleine tun außer trinken und schreien. Und doch haben wir es schon geliebt. Einfach, weil es da war und weil es unser Kind war.

Gott hat uns schon geliebt lange, bevor wir ihn kennenlernten. Ebenso liebt Gott uns: wie eigene Kinder. Wir müssen nichts dafür tun, müssen nichts leisten, keine Erwartungen erfüllen und uns seine Liebe nicht „verdienen“. So, wie Eltern ein Neugeborenes lieben, so liebt Gott uns: ohne Vorleistungen von uns, ohne Vorbedingungen seinerseits.

Paulus schreibt in den Versen 4-5: Gott hat „uns erwählt, ehe der Welt Grund gelegt war“; er hat uns „dazu vorherbestimmt, seine Kinder zu sein“. Gott hat sich also sogar schon für uns entschieden, lange bevor wir überhaupt geboren waren. Deutlicher könnte man es nicht sagen: Es gibt nichts, was wir für diese Erwählung hätten tun können. Seine Liebe zu uns ist ein unverdientes und unverdienbares Geschenk.

Und Gott geht sogar noch weiter. Seine Liebe hört auch dann nicht auf, wenn wir uns von ihm abwenden und meinen, unsere eigenen Wege gehen zu müssen. All unsere falschen Entscheidungen, unser Unrecht, unseren Egoismus, unsere Hartherzigkeit hat er bereits vergeben: In Christus „haben wir die Erlösung durch sein Blut“ (V. 7). Gott gibt seinen eigenen Sohn, damit wir seine Kinder sein können!

Als Kinder sind wir zugleich auch „zu Erben eingesetzt“ (V. 11). Damit bekommt unser Status der Kindschaft quasi etwas Rechtsverbindliches, auf das Gott sich selbst festlegt. Das Erbe, das er uns zugesprochen hat, ist das Heil – das ewige Leben bei Gott. Doch darauf müssen wir noch nicht einmal bis zum Tod warten, denn Gott hat für uns schon in diesem Leben eine „Anzahlung“ (V. 14: „Unterpfand“) auf dieses Erbe geleistet: Der Heilige Geist lässt uns bereits im Hier und Heute erahnen, was die Ewigkeit für uns bereithält. Durch ihn wirft der Himmel schon jetzt seinen Schein auf die Erde.

 

Predigtext für den Sonntag

3Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit allem geistlichen Segen im Himmel durch Christus.4Denn in ihm hat er uns erwählt, ehe der Welt Grund gelegt war, dass wir heilig und untadelig vor ihm sein sollten in der Liebe; 5er hat uns dazu vorherbestimmt, seine Kinder zu sein durch Jesus Christus nach dem Wohlgefallen seines Willens, 6zum Lob seiner herrlichen Gnade, mit der er uns begnadet hat in dem Geliebten. 7In ihm haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden, nach dem Reichtum seiner Gnade, 8die er uns reichlich hat widerfahren lassen in aller Weisheit und Klugheit. 9Gott hat uns wissen lassen das Geheimnis seines Willens nach seinem Ratschluss, den er zuvor in Christus gefasst hatte,10um die Fülle der Zeiten heraufzuführen, auf dass alles zusammengefasst würde in Christus, was im Himmel und auf Erden ist, durch ihn.11 In ihm sind wir auch zu Erben eingesetzt worden, die wir dazu vorherbestimmt sind nach dem Vorsatz dessen, der alles wirkt, nach dem Ratschluss seines Willens,12damit wir zum Lob seiner Herrlichkeit leben, die wir zuvor auf Christus gehofft haben.13 In ihm seid auch ihr, die ihr das Wort der Wahrheit gehört habt, nämlich das Evangelium von eurer Rettung – in ihm seid auch ihr, als ihr gläubig wurdet, versiegelt worden mit dem Heiligen Geist, der verheißen ist, 14welcher ist das Unterpfand unsres Erbes, zu unsrer Erlösung, dass wir sein Eigentum würden zum Lob seiner Herrlichkeit.

 

Eph 1,3-14

Gebet:

Guter Gott, wir stehen staunend vor dem Geschenk deiner Liebe.

In dir sind wir geborgen wie Kinder bei Vater und Mutter.

Mit deiner Liebe im Rücken können wir unser Leben mutig in Angriff nehmen und selbst Liebe in die Welt hinaustragen. Amen

Wochenspruch:

 

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.

 

2. Kor 13,13

Autor:

Christiane Herrlinger
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