Wort für die Woche

Erntedanktag
Zurück in die Zukunft

Der Predigttext ist eine Einladung: Stell dir die Zukunft nach der Krise vor! Male dir in den schönsten Farben aus, wie es werden wird, wenn wir das jetzige Elend hinter uns haben! Sei nicht knausrig bei deiner Vision. Nur das Beste in Hülle und Fülle. Natürlich wird in der Zukunft für die Basics gesorgt sein, für Wasser und Brot. Aber darüber hinaus wird es Weizen, Gerste, Wein, Feigen, Granatäpfel, Öl, Honig geben.

Mose, der Sprecher in diesem Predigttext, schwelgt in Köstlichkeiten und zählt Kostbarkeiten auf: Eisen, Kupfer, Gold, Silber, Rinder, Schafe. So reich wird es in dem Land sein, in das Gott führt. Aber: Die Israeliten, zu denen Mose spricht, sind noch nicht dort. Von all diesen guten Sachen ist gegenwärtig nichts zu sehen. Im Gegenteil: Sie stehen in der Wüste und haben harte Zeiten vor sich. Der Predigttext für das Erntedankfest beamt in das Morgen. Es ist kein Morgen, das Angst macht. Kein banges Fragen: „Was wird dann sein? Was kommt noch Schreckliches auf uns zu?“ Stattdessen malt Mose ein Morgen, das von Sorgen befreit ist. In dieser Zukunft kannst du dich einrichten, sagt Mose, schöne Häuser bauen. Da wird getafelt, bis alle satt sind. Wie werden wir in dieser befreiten Zukunft auf die Krise zurückschauen? Auf die „große und furchtbare Wüste“, das Durchhalten-Müssen, die Endlosschleife von Hoffen und Enttäuschung, die Dürre der Einsamkeit, die Angst vor Schlangen und Skorpionen, also vor dem, was Leib und Leben bedroht? Auch die schönste Zukunft verdanken wir nicht unserer eigenen Kraft, sondern Gott! Vergiss nicht, sagt Mose. Denke ans Danken! Mose legt ein doppeltes Danken ans Herz: Danke, dass Gott durch die Wüstenzeit leitet, dass Gott seine Nähe spüren lässt und hilft, wenn das Leben gefährdet, reduziert und dürr ist. Und Danke für alles, das du genießen kannst, wenn die Wüste hinter dir liegt und du im guten Land angekommen bist. Was wird nach der Krise bleiben? Mit Mose gesprochen: Bewahre dir das Wissen, dass du nicht alles in der Hand hast. Sage nicht: Es ist allein mein Verdienst „und meiner Hände Stärke“, wenn es mir gut geht! Sondern erinnere dich: Du verdankst es anderen Menschen, die mit dir den Weg durch die Wüste gesucht haben. Und du verdankst es Gott. Gott „ist’s, der dir Kräfte gibt“. Danken hat doppelten Nutzen. Es bewahrt davor, „dass dein Herz sich überhebt“. Und es lässt umso mehr genießen und feiern, was das Leben reich macht.

Predigtext für den Sonntag

7 Denn der HERR, dein Gott, führt dich in ein gutes Land, ein Land, darin Bäche und Quellen sind und Wasser in der Tiefe, die aus den Bergen und in den Auen fließen, 8 ein Land, darin Weizen, Gerste, Weinstöcke, Feigenbäume und Granatäpfel wachsen, ein Land, darin es Ölbäume und Honig gibt, 9 ein Land, wo du Brot genug zu essen hast, wo dir nichts mangelt, ein Land, in dessen Steinen Eisen ist, wo du Kupfererz aus den Bergen haust. 10 Und wenn du gegessen hast und satt bist, sollst du den HERRN, deinen Gott, loben für das gute Land, das er dir gegeben hat. 11 So hüte dich nun davor, den HERRN, deinen Gott, zu vergessen, sodass du seine Gebote und seine Gesetze und Rechte, die ich dir heute gebiete, nicht hältst. 12 Wenn du nun gegessen hast und satt bist und schöne Häuser erbaust und darin wohnst 13 und deine Rinder und Schafe und Silber und Gold und alles, was du hast, sich mehrt, 14 dann hüte dich, dass dein Herz sich nicht überhebt und du den HERRN, deinen Gott, vergisst, der dich aus Ägyptenland geführt hat, aus der Knechtschaft, 15 und dich geleitet hat durch die große und furchtbare Wüste, wo feurige Schlangen und Skorpione und lauter Dürre und kein Wasser war, und ließ dir Wasser aus dem harten Felsen hervorgehen 16 und speiste dich mit Manna in der Wüste, von dem deine Väter nichts gewusst haben, auf dass er dich demütigte und versuchte, damit er dir hernach wohltäte. 17 Du könntest sonst sagen in deinem Herzen: Meine Kräfte und meiner Hände Stärke haben mir diesen Reichtum gewonnen. 18 Sondern gedenke an den HERRN, deinen Gott; denn er ist's, der dir Kräfte gibt, Reichtum zu gewinnen, auf dass er hielte seinen Bund, den er deinen Vätern geschworen hat, so wie es heute ist.

5.Mose 8,7-18

Gebet:

Gott, dir sei Dank für alles, was du uns gibst!

Du gibst Geleit durch schlechte Zeiten und bist bei uns, was kommen mag. Danke für das, was uns mit deiner Hilfe gelingt. Wir danken dir für das, was ganz ohne unser Zutun unser Leben reich macht. Amen

Wochenspruch:

Aller Augen warten auf dich, und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit.

  

Psalm 145,15

Autor:

Pfarrer Martin Vorländer
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