Neukirchener Kalender

Heutiges Kalenderblatt

Seit der Neukirchener Kalender 1890 zum ersten Mal erschien, ist er für viele Menschen weltweit eine unverzichtbare Hilfe, den Kontakt zu Gott nicht zu verlieren. In zwei Texten wird über den aktuellen Abschnitt der Ökumenischen Bibellese nachgedacht – der geistliche Impuls für den Tag wird durch ein Beispiel, eine Erzählung oder ein Gebet veranschaulicht. Tipps zu empfehlenswerten Büchern, Hinweise zu besonderen Personen der Kirchengeschichte und passende Liedangaben ergänzen die Andacht. Inzwischen gibt es den Neukirchener Kalender in unterschiedlichen Abreiß- und Buchausgaben und natürlich auch digital.

Mit dem Bild vom Hausbau und Fundament redet Jesus vom Haus des Lebens. Er fragt: „Auf welchem Fundament steht dein Lebenshaus? Was gibt dir Halt, was trägt?“ Jesus überrascht und zeigt: Was zählt, sind keine materiellen Sicherheiten, aber auch keine inneren Werte. Kein fester Glaube und kein klares Bekenntnis. Denn alles das kann einstürzen und zusammenfallen. Daran denke ich heute am Holocaust-Gedenktag.
Jesus sagt: „Wer meine Rede hört und tut sie“. Das bedeutet: Mein Leben ist gut gegründet, wenn ich bereit bin, mit anderen Leid zu tragen, mich mit meinen Sorgen Gott anzuvertrauen, nicht das Geld anbete, sondern nach Gerechtigkeit und Frieden suche. Dietrich Bonhoeffer meinte, er sei durch diese Rede Jesu vom Theologen zum Christen geworden und zu beiden Grundbestandteilen des Christseins zurückgekehrt: dem Tun des Gerechten und dem Beten. Denn wir dürfen voller Vertrauen zu Gott sprechen: „Vater unser im Himmel“ (vgl. Mt 6,9).

Zu Hause

Komm, bau ein Haus, das uns beschützt,
pflanz einen Baum, der Schatten wirft,
und beschreibe den Himmel, der uns blüht.
Lad viele Kinder ein ins Haus,
versammle sie bei unserm Baum,
lass sie dort fröhlich tanzen,
wo keiner ihre Kreise stört,
lass sie dort lange tanzen,
wo der Himmel blüht.
Lad viele Alte ein ins Haus
bewirte sie bei unserm Baum,
lass sie dort frei erzählen,
von Kreisen, die ihr Leben zog,
lass sie dort lang erzählen,
wo der Himmel blüht.
Komm, wohn mit mir in diesem Haus
begieß mit mir diesen Baum,
dann wird die Freude wachsen.

LESETIPP:
Walter Kardinal Kasper: Vater unser. Die Revolution Jesu. 128 S., geb., 14,00 € (Patmos). – „Das Vaterunser ist kein harmloses Gebet, das man einfach so daherplappern kann. Es stellt viele Alltagsmeinungen auf den Kopf und lässt uns das Leben und die Welt neu sehen. Es schenkt Halt und Hoffnung.“ Walter Kasper zeigt in seiner fundierten Auslegung, dass es als Brennglas des christlichen Glaubens verstanden werden kann.

Bibellese

F: Lukas 6,47–49 · K: Rut 1,1–21

Lied

Wohl denen, die da wandeln

EG 295 GL 452 ErG 76

Holocaust-Gedenktag