Neukirchener Kalender

Heutiges Kalenderblatt

Seit der Neukirchener Kalender 1890 zum ersten Mal erschien, ist er für viele Menschen weltweit eine unverzichtbare Hilfe, den Kontakt zu Gott nicht zu verlieren. In zwei Texten wird über den aktuellen Abschnitt der Ökumenischen Bibellese nachgedacht – der geistliche Impuls für den Tag wird durch ein Beispiel, eine Erzählung oder ein Gebet veranschaulicht. Tipps zu empfehlenswerten Büchern, Hinweise zu besonderen Personen der Kirchengeschichte und passende Liedangaben ergänzen die Andacht. Inzwischen gibt es den Neukirchener Kalender in unterschiedlichen Abreiß- und Buchausgaben und natürlich auch digital.

16.06.2021

Alle aber, die es hörten, entsetzten sich und sprachen: Ist das nicht der, der in Jerusalem alle vernichten wollte, die diesen Namen anrufen?

Apostelgeschichte 9,21

Die Jünger in Damaskus und auch in Jerusalem waren entsetzt: Saulus, der noch vor kurzem die Christen in Jerusalem verfolgte, verkündigt jetzt Jesus als Sohn Gottes. Kann das sein? Dass Saulus eine radikale Kehrtwende in seinem Leben erfahren hatte, konnte man ihm kaum glauben. Wie Jesus ihn in seinem Treiben nicht nur gestoppt, sondern ihn von innen her umgekrempelt und auf einen neuen Weg gewiesen hat, war unfassbar! Nach seiner Taufe startete Paulus regelrecht durch. Wie selbstverständlich ging er ans Werk. Von nun an machte er den Namen bekannt, den wir anrufen und bekennen: Jesus. – Bekehrung ist zugleich die Berufung, Jesus nachzufolgen, ihm zu dienen und unter den Menschen mit Wort und Tat zu bezeugen. So wird aus dem Saulus ein Paulus. Und aus Menschen, denen Gott gleichgültig war, werden solche, denen Jesus konkurrenzlos wichtig ist.

Wie ausgewechselt

In dem Buch „Vom Knast zur Kanzel“ berichtet der Evangelist Wolfgang Dyck (1930–1970) von seinem wechselvollen Lebenswandel, der ihn sogar ins Gefängnis brachte. Bei einer Versammlung der Heilsarmee 1959 aber kam er zum Glauben: Er erlebte die Vergebung seiner Sünden um Jesu willen und bekam ein neues Leben. Im September desselben Jahres wurde er am Hauptbahnhof in Hamburg „zufällig“ zum Evangelisten. Er sprang einem älteren Mann zur Seite, der von Jesus erzählte und ausgelacht und von Betrunkenen angepöbelt wurde. Die Betrunkenen lud er zu einer Tasse Kaffee ein, sodass der Mann seine Predigt beenden konnte. Als er zu dem Ort zurückkam, mischte er sich in die Diskussion der Versammelten um Glaubensfragen ein. Daraus entwickelte sich im Laufe der folgenden Sonntage eine rege Evangelisationstätigkeit – „nur“ weil er sich spontan eingemischt hatte!

LESETIPP:
Johannes Reimer: Gospeling. Lernen, von Jesus zu reden. 102 S., Pb., 12,95 € (Francke). – Johannes Reimer hat beobachtet, dass Christen sich kaum noch trauen, ihre Freunde, Nachbarn und Bekannten auf ihren Glauben anzusprechen. Aber woran liegt das? Reimer forscht nach und ermutigt, zum ursprünglichen Format der Evangelisation zurückzukehren. Er spricht vom Gospeln, vom Erzählen evangelistischer Geschichten aus den Evangelien.

Bibellese

F: Apostelgeschichte 9,19b–31 · K: 1. Samuel 1,1–11

Lied

Lass mich, o Herr, in allen Dingen

EG 414 GL 446 ErG (810)

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