Neukirchener Kalender

Heutiges Kalenderblatt

Seit der Neukirchener Kalender 1890 zum ersten Mal erschien, ist er für viele Menschen weltweit eine unverzichtbare Hilfe, den Kontakt zu Gott nicht zu verlieren. In zwei Texten wird über den aktuellen Abschnitt der Ökumenischen Bibellese nachgedacht – der geistliche Impuls für den Tag wird durch ein Beispiel, eine Erzählung oder ein Gebet veranschaulicht. Tipps zu empfehlenswerten Büchern, Hinweise zu besonderen Personen der Kirchengeschichte und passende Liedangaben ergänzen die Andacht. Inzwischen gibt es den Neukirchener Kalender in unterschiedlichen Abreiß- und Buchausgaben und natürlich auch digital.

Die einen fallen über die anderen her. Die Stärkeren triumphieren über die Schwachen. Die Gierigen rauben das Hab und Gut der anderen. Das geschieht immer und immer wieder seit Menschengedenken. Gott hat es kommen sehen: „Das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf“ (1Mose 8,21). Völker werden bedroht, gedemütigt, vertrieben, ermordet. Wir sehen, was den Uiguren in China, den Rohingyas in Myanmar und den Ukrainern in ihrem Land widerfährt. Die Zahl der Flüchtlinge war noch nie so hoch wie heute. Viele Millionen Menschen sind auf der Flucht. Viele, weil sie sich bedroht fühlen und nach Frieden und Gerechtigkeit sehnen.
Wir erinnern uns heute auch daran, was den jüdischen Menschen in unserem Land in der Zeit der Naziherrschaft angetan wurde. Der heutige Tag ist der internationale Gedenktag zur Erinnerung an die Opfer des Holocausts. Er ist eine Mahnung, nie zu vergessen, was sich Menschen antun können.

Nicht vergessen!

Auf einer Rundreise hielt ich in einer Gemeinde in Zittau einen Vortrag über Antisemitismus. Nach dem Vortrag wurde ich von einem 14-jährigen Jungen angesprochen. Er sagte: „Ich möchte Sie für das um Entschuldigung bitten, was mein Volk Ihrem Volk angetan hat.“ Man sah, dass es ihn viel kostete, seine Scham zu überwinden und mir das zu sagen. Ich wusste auch, es waren keine Worte, die er bei einem Erwachsenen gelernt hatte. Sie kamen aus seiner Seele. Ich war überrascht: Denn eine solch tiefe Erkenntnis der Dinge hatte ich bis dahin bei keinem Erwachsenen gesehen. Noch mehr überraschte mich, dass sich dieser Junge total mit der Geschichte seines Volkes identifizierte. – Im Blick auf den Holocaust scheint mir die Aussage des amerikanischen Philosophen und Schriftstellers George Santayana sehr treffend: „Wer die Vergangenheit nicht kennt, ist gezwungen, sie zu wiederholen.“
Anatoli Uschomirski

LESETIPP DAZU:
Anatoli Uschomirski: Hilfe, Jesus, ich bin Jude. 256 S., Pb., farb. Abb., 14,99 € (SCM Hänssler). – Anatoli Uschomirski erforscht seine jüdische Herkunft und macht eine furchtbare Entdeckung: 1941 wurden in einem grausamen Massaker binnen weniger Tage 33.771 Juden hingerichtet – darunter Anatolis Verwandte. Später findet er zum Glauben an den Messias Jesus und setzt sich bis heute für Versöhnung von Deutschen und Juden ein.

Bibellese

F: 1. Mose 14,1–16 · K: Lukas 4,22–30

Lied

Gib uns Frieden jeden Tag

EG 425 GL 603 ErG 828

Holocaust-Gedenktag

Spendenprojekt - Besondere Momente im Alltag erleben

Kalender kaufen

Unsere Kalender-APPS für Android und iOS