Neukirchener Kalender

Heutiges Kalenderblatt

Seit der Neukirchener Kalender 1890 zum ersten Mal erschien, ist er für viele Menschen weltweit eine unverzichtbare Hilfe, den Kontakt zu Gott nicht zu verlieren. In zwei Texten wird über den aktuellen Abschnitt der Ökumenischen Bibellese nachgedacht – der geistliche Impuls für den Tag wird durch ein Beispiel, eine Erzählung oder ein Gebet veranschaulicht. Tipps zu empfehlenswerten Büchern, Hinweise zu besonderen Personen der Kirchengeschichte und passende Liedangaben ergänzen die Andacht. Inzwischen gibt es den Neukirchener Kalender in unterschiedlichen Abreiß- und Buchausgaben und natürlich auch digital.

Mordechai rettet mit Unterstützung von Königin Ester das Leben des Perserkönigs Ahasveros, indem er eine Verschwörung aufdeckt. Aber Ahasveros macht Haman zu seiner rechten Hand. Haman ist Nachfahre des Amalekiterkönigs Agag, den einst Saul verschonte, und Mordechai entstammt der Familie Sauls. Und, als solle diese alte Fehde weitergehen, erklärt Haman Mordechai und mit ihm alle Juden zu Staatsfeinden. Er ist voller Hass, denn Mordechai weigert sich das Knie zu beugen – nicht vor Haman und auch nicht vor König Ahasveros. Mordechai beugt vor keinem Menschen das Knie und senkt vor niemanden das Haupt. Für ihn gilt uneingeschränkt: „Gott allein ist Herr und nur ihm gebührt Ehre und Anbetung!“ Aus seinem Glauben macht Mordechai keinen Hehl.
Gottestreue und Verlässlichkeit gegenüber anderen Menschen sind zwei Seiten des Glaubens, die nicht in Widerspruch zueinander stehen. Wer vor Gott kniet, muss vor niemandem einknicken.

Staatsfeind Nr. 1

Nach einer missglückten Flucht in den Westen wurde Wolfgang Welsch zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Weil er über diese Zeit einen Film drehen wollte, kam er als politischer Gefangener ins Stasi-Gefängnis. Die Staatssicherheit hat systematisch versucht, die Gefangenen zu brechen: mit Kontaktverbot, Schlägen und Scheinerschießungen. „Sie nannten uns Kakerlaken, Ungeziefer, das man zertreten müsse“, erzählt Welsch. Aber sein innerer Widerstand wuchs weiter. „Wir waren die schlimmsten Feinde der DDR, weil wir frei sein wollten.“ 1971 wurde er vom Westen freigekauft. Danach baute er eine Fluchthelferorganisation auf und verhalf mehr als 200 Menschen zur Flucht aus der DDR: „Eine Flucht war ein Schlag gegen das System. Wer flüchtete, lehnte das System der DDR ab“, erklärt Welsch. Daher habe die Stasi ihn zum „wichtigsten Feind, zum Staatsfeind Nr. 1“ erkoren und mehrfach versucht, ihn zu töten.

*

LESETIPP:
Falk Mrázek: Erwachsenwerden hinter Gittern. Als Teenager im DDR-Knast. 224 S., brosch., 12,00 € (Evangelische Verlagsanstalt). – Falk Mrázek ist 17 Jahre alt, als er sich 1978 durch die Grenzabsperrung am Brandenburger Tor zwängt und sich mit erhobenen Händen langsam Richtung Westen vorwärtsbewegt… Hier erzählt er eindrücklich davon, wie er DDR, Stasi und Gefängnis überstand, bis er endlich ein neues Leben beginnen konnte.

Bibellese

F: Ester 2,19–3,6 · K: Markus 5,21–24.35–43

Lied

Herr, höre, Herr, erhöre

EG 423 GL 604 ErG (257)

Spendenprojekt - Mehr als ein Heim - HEIMAT

Kalender kaufen

Unsere Kalender-APPS für Android und iOS