Monatsspruch

Ihr sät viel und bringt wenig ein; ihr esst und werdet doch nicht satt; ihr trinkt und bleibt doch durstig.

Haggai 1,6

Viel hilft viel, noch mehr hilft noch viel mehr. Zumindest denken das manche und planen nicht mit Tausendern, sondern mit Billionen, oder nehmen nicht die verpönte Gießkanne, sondern gleich die Bazooka. Andere streben und strengen sich unendlich an, um bis nach oben, bis nach ganz oben zu kommen. Da muss doch das Ziel sein! Dann muss doch jede Frage und jeder Frust gelöst sein! Dafür kann man gar nicht zu viel einsetzen. Oder? Eben doch. Am Ende dieser Jagd wartet nicht der Himmel, sondern die Leere, nicht die Größe, sondern die Krise. Also alles albern!?
Keineswegs, denn die Körner müssen nur in den richtigen Boden, das Brot in den richtigen Hals und das Wasser auf die richtige Mühle. Das Leben ist gespickt mit lauter Wundern. Ein Gernegroß entdeckt die freilich nicht, weil er in ganz anderen Sphären schwebt. Echte Größe ist, den Größten kennen. Echte Höhe ist, den Höchsten lieben. Denn das wirklich Große unserer Treppen ist, dass Gott darauf zu uns kommt. Gott wird sich durch keine Anstrengungsmaximierung und keine Ausgabenpotenzierung bewegen lassen. Gott ist auch mit keinem Reichtum zu erreichen. Er kommt, segnet, sättigt und stillt –einfach so, so einfach. Und das ist das Wunderbare. Das Wenige kann so viel sein – die Restcents einer Frau im Tempel werden zu einer großen Summe (Lk 21,2), das Restmehl einer Frau in Sarepta reicht für Wochen (1Kön 17,14), zwei Brote in den Händen des Herrn können Tausende sättigen (Mt 14,19) und ein Schluck lebendiges Wasser kann zum Lebenswasser werden (Joh 4,14). Um den Hunger nach Leben zu sättigen, brauchen wir nur das Brot der Dankbarkeit. Um den Durst nach Leben zu stillen, brauchen wir nur das klare Wasser der Liebe.