Monatsspruch

Ich wünsche dir in jeder Hinsicht Wohlergehen und Gesundheit, so wie es deiner Seele wohlergeht. 3Joh 2

Das blühende Leben ist es zwar nicht, aber frisches neues Leben. Und der Slogan „Zurück zur Natur!“ hat auch was. Dem Philosophen Jean-Jaques Rousseau wird dieses Motto zugetraut. Ob ihm bei „Natur“ nur das Unangepasste, das Ungezwungene vorgeschwebt hat wie eine Seifenblase, ist umstritten. Heute taugt der Spruch als Reklame zum Waldbaden oder zur Gartenidylle. Als wäre die Natur nicht längst Produkt menschlicher Kunst oder Gunst! Neuerdings wird nun die Natur umständlich ständig zum höchsten aller Werte deklariert. Das ist aber höchstens ein Ausdruck menschlicher Unnatur, die vom Extrem hemmungsloser Ausplünderung der Welt zum Extrem hoffnungsloser Austreibung menschlicher Ansprüche pendelt.

Leben braucht Natur und Natur braucht Leben. Gras braucht Licht zum Wachsen, und wir brauchen Gras zum Spaß. Klar, richtig reich und gründlich gesund sein müsste man dann noch, und alles wäre perfekt. Doch so ein luftiger Traum kann sich schnell verflüchtigen. Die Leichtigkeit unserer Natur liegt nicht in der Schwerelosigkeit. Wir haben Wurzeln, brauchen Wind, Weite, Wasser, Wärme. Alles, was wir sind und suchen, ist in Gottes Liebe begründet. „Wohlergehen und Gesundheit“, die der Bibelbriefschreiber meint, sind die glitzernden Farben der Seele. Und die stellt er an die erste Stelle. An die Reichtümer geschenkter Gelegenheiten oder gewonnener Gewissheiten kann man denken, aber auch an geheilte Verletzungen oder gesundes Vertrauen. Weil Gott uns tröstet und trägt, wachsen wir. Weil Gott uns stützt und stärkt, hoffen wir. Und weil Gott uns sucht und segnet, atmen wir. Wie Gräser sind wir im Erdboden unserer Zeit und unserer Welt verwurzelt. Und wie jeder gute und gesunde Halm sind wir auf das Licht und auf den Himmel ausgerichtet.