Monatsspruch

Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus.
Jes 58,7

Schampus und Chips, Crème brûlée und Filet vom Reh zieren so manche Festtische zu Weihnachten. Warum auch nicht? Feiern wir doch das erdenklich größte Fest, weil Gott sich klein macht! Warum sollen sich nicht die Tische biegen, wenn sich auch die Knie beugen? Auch Schafwächter und Sternwanderer gehen zu Boden vor Gottes unfasslicher Liebe. Diese Liebe ist keine Vorliebe für Bioprodukte aus der Schafzucht und auch keine für goldglänzende und duftende Insignien eines Herrschers. Sie ist vielmehr eine grenzenlose Liebe zu den Abgehängten, Ausgegrenzten, Andersfarbigen und Andersdenkenden. Deshalb reichen Gabentisch und Esstisch nicht für dieses Fest. Denn Gott will alle Menschen reich machen. Den Hungrigen soll geholfen werden – egal, ob sie nach Gemüse oder Gemeinschaft hungern. Den Elenden sollen aufatmen können – egal, ob ihnen Schulden oder Schmerzen den Atem rauben. Die Obdachlosen sollen ein Zuhause finden – egal, ob sie aus ihrer Wohnung rausgeflogen oder aus ihrer Heimat weggeflohen sind.

Wie das geht? Mit offenen Türen und offenen Herzen. So wie Gott die Tür zum Himmelreich für jeden Menschen weit geöffnet hat, sollen wir unsere Pforten und Portemonnaies Gott dienen lassen und niemanden in einer frostigen Zeit sich selbst und seiner Not überlassen. Das Licht, das der Prophet Jesaja bereits die Finsternis durchbrechen sieht (Kap. 58,8), wird so zu einem wirklichen Weihnachtslicht für die Welt.