Monatsspruch

Groß und wunderbar sind deine Taten, Herr und Gott, du Herrscher über die ganze Schöpfung. (Offb 15,3)

Manchmal ist das Größte im Kleinsten verborgen. Doch manchmal ist das Große so groß, dass wir davor ganz klein werden. Unfassbar, dass Gottes Liebe die Staubkörnchen Mensch so groß macht, nur ein klein bisschen kleiner als Gott (Ps 8,6). Das Große und Großartige des Lebens ist nicht, sich einzubilden, der Größte zu sein, sondern vom Größten Leben eingebaut zu bekommen. Allein das menschliche Gehirn mit seinen 100 Milliarden Neuronen ist ein riesiges Wunder. Jedes Neuron ist mit bis zu 30.000 anderen Neuronen verbunden. Die Nervenbahnen im Gehirn eines Menschen sind ca. 5,8 Millionen Kilometer lang, was 145 Erdumrundungen entspricht. Trotzdem haben Neuronen keine lange Leitung, sondern können sich in Nanosekundenschnelle kurzschließen. Man weiß heute auch, welche Bereiche aktiv sind, wenn wir träumen oder trauern, wenn wir lachen oder laufen. Doch nirgendwo hat man ein „Ich“ gefunden. Warum? Weil es so klein ist? Weil es viel zu groß ist? Wahrscheinlich aber, weil wir keine neuronalen Funktionen sind, sondern von Gottes Sprechen und Schaffen leben. Genauso gibt es keine Instanz, kein Internet im Kopf, das uns mit Gott verbindet. Ja, Gott ist unendlich weit weg, weiter als der Urknall, gleichzeitig ist er uns unvorstellbar nahe, näher als unser Atem. Und der Hauch des Gottesgeistes steckt nicht nur uns in der Nase (1Mose 2,7), sondern bringt alles überall zum Aufatmen, zum Anfangen und zum Ausruhen. – Doch manchmal scheint jede Chance zu klein zu sein gegen die globalen Dimensionen der Not, die uns den Atem raubt. Groß ist nicht, was wir groß machen oder uns groß erscheint, sondern was Gottes Hand groß macht, auch wenn es winzig wirkt. Paul Gerhardt war ganz sicher: „Der Wolken, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann.“